Sie haben ein Ziel vor Augen

Lauenburg – Die neuen Landesstipendiaten im Künstlerhaus Lauenburg versprechen Spannung: Bei der offiziellen Begrüßung boten die fünf national und international bereits Aufmerksamkeit heischenden Künstler ausgewählte Beispiele ihres Schaffens.

Lauenburg – Die neuen Landesstipendiaten im Künstlerhaus Lauenburg versprechen Spannung: Bei der offiziellen Begrüßung boten die fünf national und international bereits Aufmerksamkeit heischenden Künstler ausgewählte Beispiele ihres Schaffens unter dem Titel „Azimutale Auflösungen“. Bis zum 12. Juli 2015 sind die Werke von Anna Lena Grau, Almut Middel und Björn Siebert im Atelier zu beschnuppern – ihre Einzelausstellungen sollen am 23. Juli, 20. August und 17. September folgen.

Mit einer Kurzlesung stellte sich beim Empfang die Literatin Dagrun Hintze vor, Einblick in das Schaffen des Komponisten Cheng-Wen Chen gewährte ein Musikfilm von Tobias Klich – 2010 selbst als Stipendiat in Lauenburg. Das gut besuchte „Warming Up“ brachte die Künstler, das Künstlerhaus-Team und die Besucher in regen Kontakt miteinander. Dr. Ursula Schild, Ulrike Mechau Krasemann, Gerold Ahrens, Agnete Sdun und Mario Scheuermann machten das Publikum kurz, aber prägnant mit dem Leben und bisherigen Wirken der geförderten Künstler bekannt. Exkurse in die Geschichte der Fotografie und die zeitgenössische Musik gab’s obendrauf.

Neugierig genug waren die Besucher schon zuvor – boten die ausgestellten Arbeiten doch reichlich Anlass zum Fragen- und Gedankenaustausch. Große Aquarelle, kleine Foto-Text-Pärchen, eine geheimnistragende Diashow und eine Installation aus großen Schlackegläsern mit mirakulösen Wachsgebilden in Wasser sind die Hingucker. Kunstschaffende und Publikum zeigten sich einander und den Künsten aufgeschlossen. Es sei gar nicht so leicht gewesen, „die aktive und vielbeschäftigte“ 29. Stipendiatengeneration für die Erstpräsentation unter einen Hut zu bringen, bekannte Ulrike Mechau-Krasemann, die agile Vorsitzende des Künstlerhausvereins.

Im Namen des Landes hieß Andrea Kühnast vom Kieler Kulturministerium die Stipendiaten aus Hamburg, Bremen und Leipzig willkommen, lud sie anlässlich einer in Kürze beginnenden Ausstellung von Björn Siebert in Kiel in die Landeshauptstadt ein. Für den Kreis Herzogtum Lauenburg sprach Kreispräsident Meinhard Füllner, der Haus und Team lobte („Das Künstlerhaus ist ein kulturelles Zentrum – das hat Zukunft hier“) und den Stipendiaten mit auf den Weg gab, dass sie auch außerhalb Lauenburgs im Kreis überall gern gesehen seien. Füllner wies im Süden des Kreises auch auf den neuen Kulturknotenpunkt in Mölln hin, bei dem Unterstützung zu erhalten sei – die frohe Kunde schien bis dahin noch nicht alle erreicht zu haben. Herzlich wie immer nahm Bürgermeister Andreas Thiede die Kunstschaffenden in der Stadt auf. „Und Einladungen hin oder her: Sie sind hier in Lauenburg genau richtig“, scherzte er.

Jeder Kunstschaffende, jede Generation von Stipendiaten ist anders – als Gruppe unter einem Dach müssen die Künstler sich für das bevorstehende halbe Jahr erst zusammenfinden. „Diese kommen sehr gut als Team klar“, verriet Ulrike Mechau-Krasemann am Rande. Was den künstlerischen ersten Eindruck betrifft, so scheint jede(r) in der Gruppe das eigene Ziel sehr klar vor Augen zu haben. Diese Generation im Alter zwischen 34 und 43 Jahren hat sich schon Renommee erarbeitet, ist nicht mehr das, was man gemeinhin unter „Künstlernachwuchs“ versteht. Jeder von ihnen beherrscht seine Mittel und Wege, sodass die volle Energie in das künstlerische Experimentieren fließen kann.

Die Erstpräsentation im Künstlerhaus an der Elbstraße 54 kann bis zum 12. Juli 2015 montags bis mittwochs von 10.00 bis 14.00 Uhr, donnerstags von 14.00 bis 18.00 Uhr, samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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