"Mona und Lisa"

Kammerspiel der besonderen Art im Stall-Theater. Angela Bertram und Maren Lubenow sind "Mona und Lisa".

Neu-Horst – Gab es das schon einmal im Stall-Theater? Vermeintliche Mörderinnen mit Revolver und (blutverschmiertem) Messer. Ehebrecherinnen, Lügnerinnen und tiefenentspannte Freundinnen, die eine groteske Therapiesitzung wie einen Psychokrimi gestalten. Alles das in einer Inszenierung und auch eingebettet in das karge Wartezimmer einer Ärztin? Ausgespielt wurden durchgeknallte Szenerien mit fetziger Wortakrobatik von Angela Bertram und Maren Lubenow als Mona und Lisa bei der Premiere des gleichnamigen Stücks im Rahmen der Theatertage 2015 ab. 
Die Bühne des Theaters im Stall ist wie geschaffen für die intimen Kammerspiele, die die Bühnenautoren („Mona und Lisa“ stammt aus der Feder von Dramaturg Hermes Schmid) so lieben. Wenige Schauspieler, fast kein Bühnenbild und die Reduktion auf die Geschichte, die erzählt werden soll, das sind die Genre-Zutaten. Von den Protagonisten wird eine hohe Konzentration verlangt bei dieser Form des Theatermachens.

Mit Angela Bertram und Maren Lubenow standen bei der Premiere von „Mona und Lisa“ die beiden wohl herausragenden Schauspielerinnen und Regisseurinnen auf der Bühne, die im Ensemble der Cumpaney spielen. Als gefeiertes Duo agierten beide schon in vielen Inszenierungen, unter anderem in ihrem selbstgeschriebenen Werk „Nur nicht aus Liebe weinen“, einem „Dauerbrenner“ im Stall-Theater-Spielplan. Bertram und Lubenow kennen also sehr gut, diese intime Form des Zusammenspiels. Auch bei „Mona und Lisa“ hatten sie ein enormes Textpensum zu bewältigen mit blitzschnellen Dialogen, die das Stück – wie in einem Krimi – mit „Cliffhanger-Szenen“ zu immer neuen Spannungsbögen trieben.
Die temporeiche und mitunter durch überraschende Wendungen an eine Farce erinnernde Story, hat eine deutliche psychologische Ausrichtung: Es geht um Frauen, wie sie lieben und leiden in der Gesellschaft mit den Status-Symbolen, die nur mühsam Kälte und Leere überdecken können. Da hilft nur eine dekadente Pseudo-Therapie. Entworfen, um sich die geheimen (sexuellen) Sehnsüchte und die unterdrückten (kriminellen) Wünsche von der Seele zu schreien.
Diese Inszenierung wird im Herbst/Winter-Spielplan des Theaters wieder aufgenommen.