Im Mittelpunkt: Lauten-Instrumente

Ein besonderes Kirchenkonzert gibt es im Krummesser Gotteshaus St.-Johannis-Kirche am Sonntag, 2. August (18 Uhr).

(gh) Krummesse – Sabine Loredo Silva (Mezzosopran) und Ulf Dressler (Laute, Vihuela, Chitarrone) laden ein zu einem Konzert in die St.-Johannis-Kirche in Krummesse am Sonntag, 2. August, um 18.00 Uhr. Das Duo für Gesang und historische Lauten-Instrumente präsentiert eine Auswahl von Liedern aus drei Kulturkreisen, untermalt mit Texten und Gedichten: Musik vom Hof der Mauren-Juden-Christen, Maria und sefardische Lieder aus AL-Andalus sowie Musik der spanischen Renaissance. Der Titel des Programms lautet „Cantigas de Santa“. Das Konzert ist eintrittsfrei zu besuchen, jedoch freuen sich die Musiker über eine Spende zum Konzert.

Die Historie:
Die sefardische Musik von dem Hebräischen „S`fard“, ist die Musik der Juden, die nach der Verbannung aus Judäa (70. u.Z.) nach Spanien flüchteten. Sie spiegelt den kulturellen Austausch zwischen Juden, Christen und Arabern wieder, der im mittelalterlichen Spanien Kunst und Wissenschaft zu Blüte brachte. Die Sprache „Ladino“ auch „Judeo-Espagnol“ genannt, ist eine Mischung aus altspanisch und hebräischen Worten und steht in ähnlicher Beziehung wie das Jiddische zum Deutschen. 1492 mit Beginn der „reconquista“ der Rückeroberung der iberischen Halbinsel durch die katholischen Könige Die Sepharden waren Mittler zwischen Morgen- und Abendland, übersetzten die Werke der großen Philosophen, befruchteten ihre Religion und Kultur sowie die der Christen mit dem Wissen der arabischen Welt und dem Erbe der Antike.
Der spanische König Alfonso X, auch „Alfonso El Sabio-Der Weise“ genannt, machte seinen Hof im Toledo des 13. Jahrhunderts zu einem Treffpunkt für Christen, Juden und Arabern und damit zu einem einzigartigen Beispiel für das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Völker und Glaubensrichtungen. Die „Cantigas de Santa Maria“-Lieder für die heilige Jungfrau Maria sind eine der größten Sammlungen von Liedern des Mittelalters, bestehend aus ca. 420 Gedichten, zumeist in Galicisch-Portugiesischer Sprache. Diese Lieder werden dem König von Leon und Kastilien Alfons X zugeschrieben. Er sah in dieser Sammlung ein kulturelles  Projekt von großer Bedeutung. Ihre Vollendung nahm den Großteil seiner Amtszeit in Anspruch (1252-1284). Er sah sie als ein wichtiges Mittel zu seinem politischen Überleben und seinem persönlichen Seelenheil.