Werkstattbesuch bei Heike Landherr

Pferde, immer wieder Pferde. Allerdings nicht nur auf den üppigen Koberger Weiden stehen die Vierbeiner, im Atelier von Heike Landherr haben sie ein Domizil gefunden, das denn Titel „künstlerisch wertvoll“ gut tragen kann. Lesen hier über einen Werkstattbesuch der besonderen Art….

Der Schimmel mit den freundlichen, dunklen Augen ist neugierig. Interessiert schaut er durch die Fenster des lichthellen Ateliers von Heike Landherr. Dort stehen seine Artgenossen in vielfacher Form und Farbe – allerdings aus Bronze, in Gips oder auf rauer Leinwand in Öl. Das Domizil der sympathischen Künstlerin wird geprägt durch ihre fast greifbare Liebe für edle Rösser. Einblicke in die faszinierende Welt der multitalentierten Malerin und Bildhauerin im kleinen Dorf Koberg bei Mölln: Die Idylle passt so recht zum Atelier am Bauernhaus von Heike Landherr, denn inmitten von rustikaler Botanik arbeitet sie am liebsten. Ruhe und die Verbundenheit zu ihren Tieren (derzeit sind zwei schon betagte Pferde auf der Hauskoppel und im Garten zu sehen) braucht sie, um intensiv arbeiten zu können. Wie sie rzkultur sagte, arbeitet sie sowohl für Privatkunden als auch für Museen und andere Institutionen. Seit 1990 ist die gelernte Goldschmiedin freischaffend u.a. für die Porzellanmanufaktur Fürstenberg, für Werbe- und Bildagenturen sowie für Museen, wie das Hippomax in Münster, das Deutsche Pferdemuseum in Verden, das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg, das Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf, das Landesmuseum Oldenburg und für Ausstellungen aktiv.
Die Künstlerin sagte über ihren Lebensweg:“

Es ist die so facettenreiche Beziehung des Menschen zum Tier, die mich schon in frühester Kindheit faszinierte – und inspirierte. Sei es die Jagd, der Sport, die Zucht. Das künstlerische Erfassen dieses Spannungs- und Begegnungsfeldes schlug sich auch in meiner Berufswahl nieder. An eine Ausbildung zur Goldschmiedin schloss sich eine mehrjährige Tätigkeit als Modelleurin in der Porzellanmanufaktur Kaiser an. Es folgte ein Studium mit Fachrichtung Illustration an der Fachhochschule in Hamburg.“

Nach den Wünschen der Kunden malt sie Porträts, Landschaften und Tierbilder in Öl und Aquarell. In fast fotorealistischer Genauigkeit entstehen so die Bilder der berühmtesten Pferde aus namhaften europäischen Gestüten. Züchter schätzen es, wenn neben dem Ölbild auch Bronzeskulpturen in Lebensgröße geschaffen werden können. Eine Spezialität der zierlichen Wahl-Kobergerin und eine seltene Kombination in Künstlerkreisen. Sie erschafft auch Formate großer Rösser in ihrem Atelier, denn mit Seilwinden und viel Raum, können so über die ersten Model-Entwürfe bis hin zu zur fertigen Gips-Plastik ihre beeindruckenden Schöpfungen entstehen. Auch die Bronzen entstehen in enger Zusammenarbeit mit den Kunden, um ein optimales Ergebnis und ein, wie Heike Landherr sagte, lebenslang erfreuendes Kunstwerk zu schaffen. Bei den Gemälden und Bronzegüssen im Kundenauftrag handelt es sich um Unikate, über deren Echtheit ein Zertifikat erstellt wird. Landherr:“ Die von mir gestalteten Skulpturen, darunter auch lebensgroße Tierbronzen, werden nach dem Modellieren ausschließlich im aufwändigen Wachsausschmelzverfahren in einer deutschen Bronzegießerei gegossen, um höchsten Qualitätsanforderungen zu genügen.“ Neben den wunderbaren Bronzen ist die Ölmalerei auf Leinwand eine weitere Begabung. Landherr: „Die besonderen Maleigenschaften und die Brillanz der Farben sind unübertrefflich. Nicht umsonst gilt die Ölmalerei als klassische Königsdisziplin.“
Entspannung von der anspruchsvollen und sehr akribischen Atelier-Arbeit findet sie, wie könnte es anders sein, in der Natur und mit ihren geliebten Pferden. Der Schimmel, ein bildschöner Araber mit typischer langer Mähne und edlem Kopf, ist dann immer an ihrer Seite. Schon als Kind suchte sie die Nähe zu den Pferden auf dem Hof ihrer Eltern in Dithmarschen.