„De fire Djævle“ – Die vier Teufel

Lauenburg – Im Rahmen des Literatursommers Schleswig-Holstein zeigt das Künstlerhaus Lauenburg am 13. August 2015 um 19 Uhr „De fire Djævle“ (1911) mit anschließendem Vortrag von Stephan Michael Schröder zur dänischen Stummfilmzeit.

Wie in den Vorjahren ist das Literaturhaus Schleswig-Holstein mit seinem jährlichen Literatur­sommer-Projekt zu Gast im Lauenburger Künstlerhaus, Elbstraße 54. Dänemark ist 2015 das Schwerpunktland. Dazu ist im Künstlerhaus der dänische Stummfilm »De fire Djævle“ nach der Novelle von Herman Bang zu sehen. Im Anschluss spricht Stephan Michael Schröder (Universität Köln) über die dänische Stummfilmzeit. Die Veranstaltung wird gefördert vom Kieler Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, dem Dänischen Filminstitut und der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Die musikalische Untermalung des Films wurde eigens für diese Veranstaltungen im Literatursommer von dem Pianisten und Stummfilmbegleitspezialisten Werner Loll komponiert.
In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war Dänemark eine Weltmacht, was die Filmproduktion betrifft. Was bedeutete dies damals für die dänische Literatur und ihre Autoren? Schröders Vortrag will die verschiedenen Dimensionen der Beziehung von dänischer Literatur und Stummfilm beleuchten. „De fire Djævle“ war einer der großen internationalen Erfolge des frühen dänischen Stummfilms, der auf der populären Novelle des dänischen Autors Bang basiert: Ein alter Clown nimmt vier Kinder auf, um sie vor einem brutalen Zirkusbesitzer zu beschützen. Er zieht sie auf und bildet sie zu erfolgreichen Trapezkünstlern aus, die sich die »Vier Teufel« nennen. Hermann Bang (1857-1912) war ein bedeutender dänischer Dichter der beginnenden Moderne, der zu seinen Lebzeiten sehr umstritten war. Seine exzentrische, dandyhafte und offenkundige Homosexualtiät provozierte die bürgerliche Gesellschaft.
Stephan M. Schröder, aufgewachsen in Schleswig-Holstein, ist seit 2005 Professor für Skandinavistik an der Universität zu Köln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die dänische Literatur der Neuzeit und die Beziehungen zwischen Literatur und Kino. Seine Untersuchungen hat er in zahlreichen Publikationen bekannt gemacht. Der Eintritt kostet 8,- / ermäßigt 5,- Euro. Karten sind an der Abendkasse und im Künstlerhaus erhältlich (Tel. 04153 / 59 26 49, info@kuenstlerhaus-lauenburg.de).