Herwig Zens – Graphiken

Faszinierende Bilderwelt im Weber-Museum in Ratzeburg auf dem Domhof: In der Sonderausstellung werden 100 Radierungen, unter anderem die Folge „Hexensabbat“ – Radierungen, gezeigt.

(gh) Ratzeburg – Die Ausstellung zeigt etwa 100 seiner Radierungen, unter anderem die Folge „Hexensabbat“ – Radierungen von einem Quadratmeter Größe, sowie Illustrationen zum Buchprojekt „Sonette über ein treibendes Jahr“ zu einem Gedicht von Erich Rentrow. Ein Raum ist Zens‘ Beschäftigung mit dem von ihm wie auch von A. Paul Weber hochverehrten spanischen Maler und Radierer Francisco Goya gewidmet. Zusammen mit A. Paul Weber und anderen illustrierte Zens übrigens das Buch „Mond im kleinen Bären“ von Erich Fitzbauer. Zur Eröffnung am 18. September um 20 Uhr im A. Paul Weber-Museum wird der Künstler eigens aus Wien anreisen und mit Museumsleiter Dr. Klaus J. Dorsch ein Gespräch über seine Werke und sein Schaffen führen.
Professor Herwig Zens ist einer der bedeutendsten Künstler Österreichs, der in den Bereichen Graphik und Malerei, aber auch im Film Akzente setzt. Zens wurde 1943 in der Nähe von Wien geboren und besuchte nach einem Kunststudium in Wien die „Schule des Sehens“ von Oskar Kokoschka in Salzburg, ab 1975 hatte er einen Lehrauftrag, von 1987 bis 2006 eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien inne. Bekannt sind seine Bücher „Strukturen der Kunst“ und „Bildnerische Erziehung“.

Im Großen Saal des Museums werden zahlreiche Arbeiten aus dem Palermo-Zyklus zu sehen sein, in dem Zens über viele Jahre hinweg seine Eindrücke von der Kapuziner-Gruft in Palermo festgehalten hat, einer klösterlichen Grabstätte, in der heute noch über 2000 Trockenmumien zu sehen sind. Auch in vielen anderen Graphiken ist der Tod ein stets Thema für den Künstler. „Zens liebt Totentänze … Der Tod setzt ihn in Bewegung und versetzt ihn in magische Bezirke.“ (Wieland Schmied),

Die Ausstellung zeigt auch eine Auswahl mit Blättern aus seinem interessanten „radierten Tagebuch“, mit dem der Künstler seit 1977 seine täglichen Erlebnisse auf Radierplatten festhält und das zusammengesetzt mittlerweile über 42 Meter lang und damit die längste Radierung der Welt ist.

Sein besonderes Interesse gilt auch Städtedarstellungen, wobei er zu Lübeck eine besondere Beziehung hat, wo auch sein mehrbändiges Werkverzeichnis mit 1300 Arbeiten erschienen ist. Zens kann auf zahlreiche Preise (u.a. den „Fügerpreis“) und Auszeichnungen sowie über 100 Ausstellungen, u.a. in Washington, Los Angeles, Paris oder Bilbao zurückblicken. Die Ausstellung ist vom 18.9. bis zum 1.11. täglich, außer montags, von 10-13 und 14-17 Uhr geöffnet.