Auf ins Künstlerhaus Lauenburg!

Am 13. September 2015 öffnen die Stipendiaten im Künstlerhaus Lauenburg ihre Ateliers und Arbeitsräume für Besucher. In der Galerie des Hauses baut Björn Siebert auch schon seine Fotoausstellung "The End of Trying 1969 – 1971" auf, die am 17. September eröffnet wird.

Lauenburg – Bei der Aktion zum „Tag des offenen Denkmals“ kann die Kunststipendiatin Almut Mittel in ihrem Atelier besucht werden, die Literaturstipendiatin Dagrun Hintze führt mit durchdachten Worten durch das Atelier von Stipendiatin Anna Lena Grau, und Björn Siebert, ebenfalls Kunststipendiat, lässt sich beim Aufbau seiner Ausstellung über die Schulter schauen. Zu den Künstlergesprächen und Werkbesichtigungen reicht die Stipendiatenstätte Kaffee und Kuchen in der Künstlerbar und auf der Elbterrasse.
Bis zum 17. September muss Siebert fertig sein mit seinen Arrangements, denn an diesem Donnerstag um 19.30 Uhr wird seine Ausstellung eröffnet (Vernissage). Im Zentrum seiner neuen Fotografieserie "The End of Trying 1969 – 1971" steht eine großformatige Schwarzweiß-Arbeit. Sie ist ein Remake des Bildes "Interior View of Robert Frank S. House, Nova Scotia 1969 – 1971“ von Walker Evans. Die gezeigte halbgeöffnete Tür bietet Björn Siebert und dem Betrachter die Möglichkeit, "einen Gedankenraum zu betreten". Über die beiden großen amerikanischen Chronisten Robert Frank und Walker Evans gelangt Siebert zu einem weiteren Remake: „Northeast View – St. Matthew’s Church (Episcopal), 20 Union Street, Hallowell, Kennebec County, ME, 1971 (Remake)“. In dieser Architekturaufnahme verdichtet sich das Bild eines Innenraums mit dem konkreten Außen. Sieberts streng inszenierte Fotos sind im Untertitel mit dem Begriff "Remake" (Filmsprache) versehen und verweisen damit auf die zentrale Bedeutung der Wiederholung. Sein Akt der Re-Inszenierung, den er bis ins Detail hinein vollzieht, wiederholt die erste, originale Inszenierung und befragt ihre Mechanismen.
Wie Kulturmanager Volker Hillmann erläutert, markieren die Jahre 1969 – 1971 in vielfacher Hinsicht den Anfang bzw. das Ende unterschiedlicher Epochen. Eine Zeitenwende: Bürgerbewegung, Umweltaktivismus, Rassenunruhen, Mondlandung, Woodstock, die LaBianca-Tate-Morde der Manson Family, Nixons Präsidentschaft und der Vietnamkrieg – Vieles davon wird in subtilen Anspielungen und Details, in alten Postkarten und ihren Datumsstempeln, gefundenen Fotografien und Siebdrucken mit Postkartenobjekten erkennbar, die wie „Sidekicks“ den zentralen Motiven zugeordnet sind.
Björn Siebert, 1978 in Hamburg geboren, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Fachklasse von Prof. Timm Rautert und beendete 2010 dort sein Meisterschülerstudium. Seine Arbeiten wurden 2012 mit dem Stipendium ›Zeitgenössische deutsche Fotografie‹ der Alfried-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach–Stiftung sowie 2013 mit dem Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie ausgezeichnet. Björn Siebert lebt und arbeitet in Leipzig. Seine Einzelausstellung im Künstlerhaus Lauenburg, Elbstraße 54, ist vom 19. September – 4. Oktober 2015 im Atelier zu besichtigen. Die Öffnungszeiten: montags bis mittwochs von 10.00 – 14.00 Uhr, donnerstags von 14.00 – 18.00 Uhr, samstags und sonntags von 14.00 – 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung.