Eulenspiegelaien in Segrahn zu Gast

Vergnügter Theaterabend: Die Kunst des Dramatikers Hans Sachs stand im Viehhaus Segrahn im Mittelpunkt.

Segrahn – Vor der rustikalen Backsteinwand als natürlicher Kulisse im Viehhaus boten die Mitglieder der Eulenspiegelaien unter der Regie von Gundula Thiele kurzweiliges Theatervergnügen. Moderiert wurde der Theaterabend von Stefanie Dechow und musikalisch umrahmt vom Gudower Psalter-Ensemble „KontraStreich“. Kulturmanagerin Ilsabe von Bülow hieß über 60 Gäste willkommen.

Der berühmte Dramatiker und Meistersinger Hans Sachs aus Nürnberg spürte schon im Spätmittelalter den psychologischen Feinheiten seiner Mitmenschen nach. Im heutigen, modernen Sprachgebrauch würden seine Werke sicher unter der Überschrift „Szenen eine Ehe“ verfilmt werden.
Die drei Einakter aus den Fastnachtsspielen von Hans Sachs wurden von jungen Musikerinnen des  Gudower Psalter-Ensemble „KontraStreich“ unter der bewährten Leitung des ehemalgien KMD Karl Lorenz stimmungsvoll und außerordentlich einfühlsam umrahmt. Der bekannte Kantor, Organist und Instrumentenbauer Lorenz hatte Musik aus der Renaissance für den Abend ausgesucht.
Die Episoden von Hans Sachs, gelten als kurzweiliger Theaterspaß, der oft sehr derb und holzschnittartig und in der Vers-Vortragsform für heutige Ohren ungewöhnlich ist.  Es geht bei Sachs stets um die alltäglichen Sorgen und Nöte, die kleinen Freuden und Schelmereien. Hier sind die Parallelen zum Möllner Narren Till Eulenspiegel stark ausgeprägt. Der „echte“ Till aus Mölln, Mario Schäfer, spielt schon viele Jahre engagiert in der Truppe mit und ließ es sich nicht nehmen, auch in den Fastnachtsspielen den humorigen Part zu übernehmen.
Den schwungvollen Auftakt machte das Stück „Der gestohlene Fastnachtshahn“. Karlheinz Peter, Karen Lüdke, Claus-Dieter Baasch und Marianne Förster wussten hier zu überzeugen. Auch beim zweiten Schwank „Der fahrende Schüler im Paradeis“ sprang der Funke zum Publikum schnell über, denn Gundula Thiel, Claus-Dieter Baasch und Mario Schäfer agierten temporeich und mit viel Witz.
Nach der Pause dann gab es den „Der Rossdieb zu Mölln“. Siegmar Schwendrau, Willem Schlobohm und Karlheinz Peter und erneut Mario Schäfer sorgten dafür, dass das Publikum mit einem amüsierten Lächeln in die frühherbstliche Nacht auf Gut Segrahn entlassen wurde. Der Theaterabend war eine Kooperation zwischen dem Theater-und Musikbeirat der Stiftung Herzogtum Lauenburg und dem Viehhaus Segrahn der Familie von Bülow.