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Das niederdeutsche Hörspiel ist eine der ältesten Hörfunksendungen im Norden. Es wird eine weitere Zusammenarbeit von NDR und Radio Bremen geben.

 Von Volker Holm

Mölln/Hamburg – Auch in Zukunft wird es neue Produktionen des traditionsreichen niederdeutschen Hörspiels geben. Die Kooperationspartner Norddeutscher Rundfunk und Radio Bremen einigten sich darauf, ihre Partnerschaft auch in Zukunft fortzuführen und zu stärken. Symbolisch besiegelt wurde dies per Handschlag bei einer Zusammenkunft von NDR Hörfunkdirektor Volker Thormählen und Radio- Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch. Dazu hatte man sich im NDR Landesfunkhaus Kiel getroffen, dem Sitz der NDR Zentralredaktion Niederdeutsch.
Der Fortbestand des Niederdeutschen Hörspiels stand zur Diskussion, da Radio-Bremen-Redakteur Hans-Helge Ott, der „Vater“ der beliebten Produktion, in den Ruhestand geht. Seine Nachfolgerin wird die Radio-Bremen-Redakteurin Ilka Bartels. Weiterhin wird daher Bremen Sitz der zuständigen Redaktion sein.  Dort werden die Themen erdacht, Autoren beauftragt, Regisseure gesucht. Produziert wird in den Studios des NDR in Hannover oder Hamburg, unter anderem mit Schauspielern des Ohnsorg-Theaters Hamburg.  Weiterhin sollen jährlich acht neue Hörspiele in Kooperation produziert werden. Dazu wird der NDR künftig mehr Geld zur Verfügung stellen.
NDR und Radio Bremen verfügen inzwischen über einen Bestand von gut 1.200 heiteren wie ernsten, traditionellen und experimentellen Hörspielen. Die besten daraus sowie die jährlich acht Neuproduktionen werden auf NDR 1 Niedersachsen, NDR 90,3, NDR Radio MV, NDR 1 Welle Nord und im Nordwestradio von Radio Bremen alle 14 Tage ausgestrahlt.
Das niederdeutsche Hörspiel ist eine der ältesten Hörfunksendungen im Norden. Der Erhalt ist vor allem wichtig, weil diese eigene und hochlebendige Kunstform eine ideale Plattform für die plattdeutsche Sprache ist. Das Niederdeutsche Hörspiel hat sich bereits zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt und greift auch aktuelle, gesellschaftskritische und ernste Themen auf.
Es sei „über Gebühr gut“ und eine Leistung, die nur vom öffentlich rechtlichen System erbracht werden könne, erklärte Programmdirektor Jan Weyrauch (Radio Bremen). Und NDR Direktor Volker Thormählen ergänzte: „Besonders freuen wir uns, dass das Hörspiel dank Internet und Podcast besonders bei jüngeren Hörerinnen und Hörer eine Renaissance erlebt“. Die Möglichkeit, unabhängig vom Sendetermin jederzeit und überall ein Hörspiel anhören zu können, lasse die Nutzerzahlen ansteigen.
Zu den besonders gelobten und erfolgreichen Produktionen der letzten Jahre gehörte das ernste Stück „Rogge“ von 2015, das die Reportage von „Spiegel“-Autor Cordt Schnibben „Mein Vater der Mörder“ zum Aufhänger nimmt. Geschildert wird darin ein Fememord in den letzten Kriegstagen in der niederdeutschen Provinz. Außerdem erschienen in der Reihe Literaturbearbeitungen Stücke wie „Altes Land“ nach dem Roman von Dörte Hansen. Die beiden genannten Produktionen sind bereits mit dem „Zonser Hörspielpreis“ ausgezeichnet worden, dem „Oscar“ für regionale Hörspiele in Deutschland Österreich und der Schweiz. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt seit 2011 die Serie „Düsse Petersens“ mit inzwischen 24 Folgen, die so etwas wie „Die Lindenstraße“ des plattdeutschen Hörspiels ist und die Geschichte einer Familie in der Vorstadt erzählt. Die „Petersens“ sind inzwischen mit über 40.000 Klicks pro Staffel allein auf ndr.de/sh zu wahren „Download-Stars“ geworden. Auch Komödien und Krimis runden das beliebte Programm ab.

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