„Un sei danzt…“

Überzeugte auch mit seinem Gitarrenspiel: Der Liedermacher Rieck aus Rostock. Foto: Gerkens-Harmann

Liedermacher Wolfgang Rieck gastierte im Folkclub.

Mölln – Da war sie wieder, die ebenso norddeutsch-herbe wie liebevoll-sanfte Art, op Platt Gefühle zu zeigen. Beim Konzertabend mit plattdeutschen Liedern und Gedichten überzeugte der Rostocker Sänger und Liedermacher Wolfgang Rieck im Folkclub mit seinem Programm.

Schon kurz nach der Wende, trat Liedermacher Wolfgang Rieck im Nordkreis auf. Damals noch mit seinem Partner Piatkowski im Haus Mecklenburg in Ratzeburg. Später erlebten die Freunde anspruchsvoller Folkmusik mit viel norddeutschen Flair ihn mit seinen Solo-Programmen.

In Mölln gastierte Rieck nun mit „Un sei danzt…“. Er bezog sich auf eine Bronze des berühmten Bildhauers Ernst Barlach, der in Güstrow lebte und mit seiner Figur „Die tanzende Alte“ weltbekannt wurde. Rieck komponierte dazu ein bitter-süßes Lied. Ihn inspirierte ein kurzer Text, den Bertolt Brecht 1951 nach dem Besuch einer Barlach-Ausstellung dazu notierte.

Überhaupt waren seine Lieder und Texte aus eigener Feder sowie Vertonungen von Gedichten so großartiger Poeten wie Theodor Kramer, Francois Villon, Kurt Tucholsky oder Erna Taege-Röhnisch wunderschön und bildhaft.

Überzeugte auch mit seinem Gitarrenspiel: Der Liedermacher Rieck aus Rostock.

Neben traditionellen Liedern gab es auch Songs, die mit Riecks Vergangenheit, der Seefahrt, zu tun hatten. Aber auch klassische Liebeslieder wie „Dat du min Leevsten büst“ und Balladen auf historische Ereignisse sowie Moritaten waren zu hören. Dass sich dabei inhaltlicher Anspruch und niveauvolle Unterhaltung nicht im Wege stehen müssen, zeigte der gebürtige Rostocker mit Charme und Spielfreude.

Thorsten Börnsen und Wolfgang Rieck. Fotos (3): Gerkens-Harmann

Wie er selbst sagte, stehe er seit gut vier Jahrzehnten auf der Bühne als Sänger und Liedermacher. Op Platt ist er dabei genauso schwungvoll, wie mit hochdeutschen Stücken.

Humorvolle Mitmach-Aktionen und seine unaufdringliche Performance, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen, überzeugten in Mölln erneut. Der Abend war eine Kooperation zwischen der Stiftung Herzogtum Lauenburg, dem Folkclub und dem Zentrum für Niederdeutsch. Zentrumsleiter Thorsten Börnsen hieß dann auch mit Jörg Geschke die Besucher willkommen.

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