Stall-Theater zeigte: „Das Gauklermärchen“

Stall-Theater zeigte: „Das Gauklermärchen“

Fantasievolles für Erwachsene führte die Amateur-Theatertruppe „Cumpaney“ mit „Das Gauklermärchen“ von Michael Ende auf. Regie: Angela Bertram.
Neu Horst – Nach vielen Inszenierungen aus dem Bereich der Komödien und Dramen, der Film- und Kriminalroman-Adaptionen in den letzten Jahren, gaben die Schauspieler um Regisseurin Angela Bertram, dem Genre des skurrilen Märchens viel freien Raum. 13 Mitglieder der Cumpaney spielten in einem Stück mit, dass das große Thema „David gegen Goliath“ philosophisch beleuchtete und in ebenso fantasievollen wie nachdenklichen Bildern die Macht der Menschlichkeit gegen die dunklen Kräfte der (Industrie) Bonzen aufzeigte. Eine Gauklertruppe kämpfte dabei ums Überleben.

Nicht nur die Dialoge (im klassischen Versmaß gesprochen), ließen erahnen, dass Michael Ende „Anleihen“ bei berühmten Dramaturgen vergangener Jahrhunderte gemacht hat, auch die szenische Umsetzung der Figuren erinnerte daran. Ende, der begnadete Geschichtenerzähler, der Klassiker wie „Momo“ oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ schrieb, setzte Ende der 1980er-Jahre „Das Gauklermärchen“ erstmals in Szene.

Die Cumpaney brachte das Stück mit viel Spielfreude und Einsatz in einer geschlossenen Ensemble-Leistung auf die kleine Stall-Bühne. Das puristische Bühnenbild (von Gösta Harbs) wurde aufgepeppt von einem großen Spinnen-Netz. Darin räkelte sich Kay Hansen als diabolisches Krabbeltier „Angraman“. Eine – nicht nur – akrobatische Leistung, die Hansen bravourös bewältigte.

Sie spielten mit: Ev Buck, Telse Neitzel, Regina Boysen, Michael Spangenberg, Helga Beh, Jürgen Choinovski, Gunther Frenkel, Kay Hansen, Claudia Niemann, Michelle Seeger, Ann-Malin Lubenow, Michael Hagedorn und Peter Röhl.

Zum Stück: Die Zeiten sind schlecht für die kleine Gauklertruppe. Niemand interessiert sich mehr für sie. Doch Rettung scheint zum Greifen nahe: Ein Chemiekonzern bietet ein lukratives Engagement als Werbezirkus an. Die einzige Bedingung: das geistig behinderte Mädchen Eli stört den schönen Schein und soll verschwinden. In der Angst um ihre Zukunft sind die Gaukler schon bereit, sich von Eli zu trennen. Da erzählt der Clown Jojo ihnen ein Märchen. Nur ein Märchen. Und doch ist danach nichts mehr wie es war.

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