Der „Udonaut“ rockte das Viehhaus

Wunderbar am Piano – Christina Sophie Meier. Sicher und mit Herzblut aufspielend – Gitarrist Ruben Kauffmann – und ein hochtalentierter Dominik Feist rockten das Viehhaus.

„Ich gehöre zur Generation, die mit dem „Sonderzug nach Pankow“ aufwuchs“, bekannte Ilsabe von Bülow zu Beginn eines außergewöhnlichen Konzerts im Viehhaus Segrahn. Mehr als 150 Gäste hieß die Kulturmanagerin, die sich als bekennender Udo-Lindenberg-Fan outete, willkommen. 

Segrahn – Auf der Bühne stand jedoch nicht der legendäre Alt-Rocker aus Hamburg, der gerade bei der Echo-Gala erneut Preise einheimste, sondern drei junge Musiker aus der Region. Christina Sophie Meier, Ruben Kauffmann und Dominik Feist – besser bekannt in der Szene als „Udonaut & Panische Zeiten“ rockten als Coverband das Viehhaus.

Spätestens nach den ersten Songs war alles klar: Das Publikum sang mit, klatschte sich die Finger wund und zückte völlig losgelöst (früher wurden für die spontane Illumination Feuerzeuge genutzt) die Handy-Lampen, um bei den großen Lindenberg-Klassikern wie „Hinterm Horizont geht’s weiter ein neuer Tag hinterm Horizont immer weiter zusammen sind wir stark. Das mit uns ging so tief rein das kann nie zu Ende sein,  so was Großes geht nicht einfach so vorbei!…“ entrückt ihrem (Cover) Idol zuzujubeln.

Das Trio bediente das Publikum mit den rockigen Hits ebenso wie mit Balladen. Ganz fein und sinnig, leise Liebeslieder: „Du spieltest Cello“, „Mädchen aus Ostberlin“ oder auch „Coole Socke“. „Signore, die Bühne ist angerichtet…“ ist eine Zeile aus einem Lindenberg-Song. Die Zeit vor einem Auftritt, das Lampenfieber und die „Flasche mit dem Kicherwasser“ werden darin bildhaft beschrieben. Dem Trio war in Segrahn weder Unsicherheit noch Kontaktscheu zum Publikum anzumerken. Souverän, ja fast schon routiniert, agierten Gitarrist Kauffmann und Pianistin Meier mit Herzblut und bereiteten einen professionellen Klangteppich für Udo/Dominik aus.

Dominik Feist.

Der hatte nicht nur die richtigen Klamotten an, kunstvoll abgerundet mit Sonnenbrille und Hut, sondern traf auch den schnodderigen Lindenberg-Sound in seinen (manchmal sehr ausführlichen) Moderationen. Stimmlich kam Feist sehr nahe an sein Idol heran und auch die „Eierlikör-Pausen“ und das Jonglieren mit dem Mikrofon, wurden nicht vergessen.

Über 150 Gäste sahen den „Udonaut“. Fotos: Gerkens-Harmann

Seine Performance wirkte teilweise etwas spröde, einige der dynamischen Tanzschritte, die Lindenberg in den Jahrzehnten seiner Bühnenpräsenz kultivierte und die zum Markenzeichen wurden, könnte die sonst so ambitionierte Lindenberg-Imitation von Dominik Feist, abrunden.

Die Fans feierten das Trio stürmisch, erklatschten sich Zugaben und sangen selbst noch auf dem Viehhaus-Parkplatz die Lieblingssongs, die ja fast alle Ohrwurm-Qualität haben, weiter.

Von Brigitte Gerkens-Harmann

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