„Unser Vater der Spion“

BU: Thomas Raufeisen teilt am 22. April im Grenzhus Schlagsdorf seine Erinnerungen mit dem Publikum. / Foto: Grenzhus Schlagsdorf

Am 22. April stellt Thomas Raufeisen seine Erinnerungen „Unser Vater der Spion“ vor. Sein Vortrag mit Gespräch im Grenzhus Schlagsdorf führt zurück in die Zeit des geteilten Deutschland.

Thomas Raufeisen teilt am 22. April im Grenzhus Schlagsdorf seine Erinnerungen mit dem Publikum. / Foto: Grenzhus Schlagsdorf

Schlagsdorf – Thomas Raufeisen wurde in Hannover geboren und war 16 Jahre alt, als seine Vater sich der drohenden Enttarnung durch eine Flucht in die DDR entzog – sein Vater spionierte für die Stasi, deren Netz 1979 von der Bundesrepublik teilweise enttarnt wurde. Die Familie Raufeisen zeigte sich mit dem Leben in der DDR bald unzufrieden. Sie versuchte, über Ungarn in den Westen zu fliehen und wurde verhaftet. Thomas Raufeisen konnte nach seiner Haftentlassung 1984 in die Bundesrepublik ausreisen. In seinem Buch „Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei“ hat Thomas Raufeisen seine Erinnerungen dokumentiert. Sein Schicksal wurde 2004 unter dem Titel „Unser Vater der Spion“ verfilmt.

Der Vortrag im Grenzhus, Neubauernweg 1 in Schlagsdorf, beginnt um 11 Uhr. Als Moderator des Gesprächse fungiert Martin Klähn (Politische Memoriale.V., Schwerin).  Thomas Raufeisen und sein Bruder Michael erfuhren erst nach dem Rückruf des Vaters in die DDR von dessen Tätigkeit. Raufeisen war 20 Jahre alt, als er nach der missglückten Flucht zu drei Jahren Haft wegen ungesetzlichen Grenzübertritts und landesverräterischer Agententätigkeit verurteilt wurde. Nach seiner Freilassung 1984 wurde ihm die Ausreise in die Bundesrepublik genehmigt – er kehrte nach Hannover zurück und ist heute als freiberuflicher Referent tätig – seit 2003 auch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, wo er seine einjährige Untersuchungshaft verbrachte.

Print Friendly, PDF & Email
KulturportalStiftung Hzgt. LauenburgKulturSommerKontaktImpressum