KulturSommer „all inclusive“

Die Programmhefte liegen bereit, die Aktiven proben: In Geesthacht wird der 12. KulturSommer am Kanal seine Eröffnung mit einem inklusiven mehrtägigen Projekt feiern. Die Verantwortlichen stellten diesen „Containerhafen der Sinne“ und das Programm in der Förderschule Geesthacht vor.

Die Journalisten aus der Region kamen zur großen Programm-Pressekonferenz der Veranstalter und ihrer Partner in die Förderschule Geesthacht. / ea

Geesthacht – Das Dutzend wird voll: Vom 1. bis 31. Juli 2017 steigt der 12. KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Unter dem Motto: „In Kunst und Natur … vom Du zum Wir“ lassen sich bei 90 Veranstaltungen an 36 Orten im Kreis „gemeinsam Kunst und Kultur erleben“. Gemeinsam heißt in diesem Fall auch inklusiv. Was besonders für die Eröffnung gilt. Die Auftaktveranstaltung mit behinderten und nichtbehinderten Menschen auf dem Geesthachter Menzer-Werft-Platz wird einen „Containerhafen der Sinne“ zur Entdeckung freigeben. Ein halbes Dutzend Sponsoren und viele Kooperationspartner ließen sich für dieses fünftägige Inklusionsfestival rund um die Sinne Hören, Riechen, Tasten, Schmecken und Sehen begeistern. Sogar „Sören“ wird angeboten – „hören, was man nicht sehen und sehen, was man nicht hören kann“.

Schulleiter Helmut Müller (Mitte) von der Förderschule Geesthacht am Neuen Krug freut sich mit Inklusionsspezialist Felix Schmidt und Büroleiterin Caterina Cianfarini auf den sinnlich-inklusiven Containerhafen. / ea

Fünf Tage Festival im Festival
Sechs 40-Fuß-Container mit den sinnlichen Schwerpunkten werden vom 1. bis 5. Juli auf dem Platz bereit stehen – jeder birgt Überraschendes und Ungewohntes. Das Drumherum wird kunterbunt und unkompliziert. Alle Tage sind abwechselnd begleitet von Musik und Tanz, Theater und Performances, Workshops, Konzerten, Ausstellungen und Kino, Düften, Bildern, Skulpturen und vielem mehr – Catering inklusive. Wie man Bilder ertastet, Musik gebärdet oder die Béliers versteht – das kann jeder Besucher selbst testen. Für den „Containerhafen der Sinne“ gibt es einen eigenen Flyer. Ersonnen und geleitet wird es von Felix Schmidt, der aus Süddeutschland einige Erfahrung mit großen Inklusionsprojekten mitbringt. Schmidt versprach „ein anspruchsvolles Programm, bei dem es egal ist, ob es von Menschen mit oder ohne Behinderung gestaltet wird“.

Noch nicht im Stress: Intendant Frank Düwel und HLMS-Chef Günter Schmidt (re.) beim Organisationsplausch am Rande des Pressetermins … / ea

In guter Tradition nutzten alle am Pressegespräch Beteiligten die Chance, den KulturSommer allgemein und diesen im Besonderen seiner Bedeutung entsprechend zu loben. Stiftungspräsident Klaus Schlie zeigte sich sehr angetan davon, „wie gut Kultur und Inklusion sich verbinden“. Dass sich dafür so viele Partner gefunden haben und dass die Veranstaltungsreihe „zunehmend ein Highlight für unsere Gäste im Kreis ist“, würdigte er besonders. HLMS-Chef Günter Schmidt wies auf die über die Landesgrenzen hinaus reichende Bekanntheit des KulturSommers hin. Die Touristiker böten dazu schon gezielte Tagesreisen und Kurztrips an „Es gibt ein Wir zwischen Tourismus und Kultur – die Schwelle ist genommen“, sagte Schmidt.

Klaus Schlie, Wolfgang Engelmann (Stiftung) und Christoph Herbers (Kreissparkasse) sichern Dach und finanzielle Ausstattung der großen Veranstaltungsreihe. / ea

Energie und Ideenreichtum
Kreispräsident Meinhard Füllner lobte die Veranstaltungsreihe als Festival, das nachhaltig Brücken schlageund ein Wir-Gefühl schaffe. Ihr Erfolgsrezept sei wohl „die Verbindung zwischen konventioneller und innovativer Kunst und Kultur“. Frank Düwels künstlerische Verbindungen über den Kreis hinaus ermöglichten der Region viele neue Ansätze. Füllners Fazit: „Wir müssen alles tun, um diesen Menschen im Kreis zu halten.“ Mit ihrem Engagement als Premiumsponsor im Boot bleiben will auch die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg. Der KulturSommer fasziniere mit seiner hohen Energie und seinem Ideenreichtum, sagte Vorstandsmitglied Christoph Herbers. „Er macht den Kreis lebens- und liebenswert.“ Dieses Feedback zum Festival erreiche auch den Sponsor.

Bürgermeister Olaf Schulze begrüßt den Auftakt und die damit verbundene Aufmerksamkeit für seine Stadt. / ea

Etwas Tolles und Besonderes
Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze begrüßte es, schon zum zweiten Mal das Eröffnungsfest in seiner Stadt zu haben. „Das ist etwas Tolles und Besonderes“, sagte er, stärke auch die schon seit langem angestrebte intensivere Kooperation zwischen Stiftung und Südkreis. Mit Intendant Frank Düwel wusste Schulze sich einig über „die absolut reibungslose Zusammenarbeit zwischen Stadt und KulturSommer.

Kunst eint Kraft und Sinne
Düwel riss mit sichtlicher Vorfreude kurz an, streifte auch die kleinen liebenswerten Veranstaltungen und hob die Neuheiten beispielhaft hervor. „Wir reden nicht über Inklusion, wir machen sie“, sagte er. Die Sinne ständen dieses Jahr im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier, er wolle Mut machen diese zu feiern. Die Künste gäben hier Beispiel für eine „kraftvolle Sinn-Losigkeit oder Sinn-Haftigkeit“. Am Ende einer Auseinandersetzung mit Kunst „sehen wir immer uns selbst“, sagt Düwel. Das gelte für die Betrachter genauso wie für die Künstler. Das Rotary-Benefizkonzert als Abschluss des Eröffnungstags in der Lauenburger Hitzler-Werft schlage nicht nur den Bogen von Werft zu Werft. Die Jenkins-Aufführung in der Abenddämmerung sei auch inhaltlich großartig: „Der Komponist und seine Musik steht für den großen Zusammenhang in dieser Welt“.

Akustischer Appetithappen: Musiker Kurt Buschmann und André Bauermeister von der 4. Klasse der Waldschule (Foto) werden bei der Eröffnung im Achterpack einen amerikanischen Trommelgroove mit Cheerleaderbegleitung aus der Hachede-Schule präsentieren. / ea

Programm griff- und klickbereit
Details zu allen großen und kleinen Veranstaltungen finden Sie bereits nebenan auf der Website www.kultursommer-am-kanal.de. Dort stehen das komplette Programm und eine kalendarische Übersicht zum Lesen und Download (auch aufs Smartphone) bereit. Ab Juni finden interessierte Leser unter dieser Adresse auch aktuelle Informationen und begleitende Hintergrundberichte. Die gedruckten „Reisebegleiter“, sprich: Programmhefte sind jetzt bei allen Tourist-Informationen im Kreis, in allen Filialen der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, bei den Gemeinden, Veranstaltern und bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg in Mölln (Stadthauptmannshof, Hauptstraße 50) erhältlich. Dort werden auch Anmeldungen entgegen genommen. Der Kartenvorverkauf läuft – und wie zu hören war, sind die ersten Veranstaltungen schon ausverkauft.

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