Erkundung der Sinne

Die Cajongruppe der Waldschule und die Cheerleadergruppe der Hachede-Schule sind dabei: Ab dem 1. Juli verspricht der „Container-Hafen der Sinne“ auf dem Geesthachter Menzer-Werft-Platz inklusive Freude und ungewohnte Sinneserlebnisse. Vier Tage lang haben Besucher Gelegenheit, ihre Wahrnehmung selbst zu erproben und sich von künstlerischen Vorstellungen packen zu lassen. / Foto: Antje Berodt

Der 12. KulturSommer am Kanal geht am 1. Juli 2017 in Geesthacht mit einem Festival im Festival an den Start: Der Menzer-Werft-Platz an der Elbe wird für fünf Tage zum „Container-Hafen der Sinne“ – ein von Sponsoren getragenes Inklusionsprojekt, das kreative Menschen aus dem Kreis gestalten.

Sie sind dabei: Die Cajongruppe der Waldschule und die Cheerleadergruppe der Hachede-Schule versprechen bei der Eröffnung des „Container-Hafens der Sinne“ ein munteres Programm und ungewohnte Sinneserlebnisse. / Foto: Antje Berodt

Geesthacht – Die Besucher sind eingeladen, die Welt der Sinne einmal ganz anders als gewohnt zu erleben und sich bei diesem Landgang mit immer wieder überraschenden Aktionen von Menschen führen zu lassen, die Sinneseinschränkungen kennen. So viele Erkenntnisse über das Hören, Sehen, Sören (das nicht Sichtbare hören / das nicht Hörbare sehen), Riechen, Tasten und Schmecken an einer Anlaufstelle gab es im KulturSommer noch nie. Die große Veranstaltungsreihe von Intendant Frank Düwel und der Stiftung Herzogtum Lauenburg umwirbt Einheimische und Gäste bis zum 30. Juli mit insgesamt 90 Veranstaltungen in 36 Orten. Sie sind verbunden durch das Jahresmotto „In Kunst und Natur … vom Du zum Wir“. Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg unterstützt den KulturSommer am Kanal als Premiumsponsor. Schon am Auftakt-Wochenende schöpfen die Veranstalter aus dem Vollen. Hier ein Blick auf die Eröffnung und die erste Woche …

Wie Kommunikation und Kunstvermittlung über den Tastsinn funktionieren, kann man unter anderem mit Hilfe eines Tischs für Brailleschrift und mit Lese-Tast-Hör-Büchern erkunden. / Foto: Antje Berodt

Wie riecht Erinnerung, fühlen sich Bilder an? Wie sieht Musik aus, klingt eine Kartoffel? Der „Container-Hafen der Sinne“ gibt erstaunliche Antworten auf Fragen, die sich Menschen ohne Handicaps kaum stellen. Projektleiter Felix Schmidt hat mit kreativen und künstlerischen Menschen ein Programm zusammengestellt, das gleichermaßen Spaß macht und Erkenntnis verschafft. Cheerleader und Trommler heizen dem Publikum ein, Sänger und Musiker treten auf, Theaterspieler und Pantomimen erzählen vom Sinn der Sinne. In einer mobilen Bibliothek, an Riech- und Taststationen kann man ausprobieren, was immer klingt, duftet, sichtbar und ertastbar, kurz: erlebbar gemacht werden kann. Die Container und Workshops öffnen Türen zu völlig neuen Wahrnehmungen. In der Welt des Schmeckens mit einem Meisterkoch dreht sich alles um die Kartoffel, Backen bringt Tasten, Schmecken und Riechen auf einen leckeren Nenner. Neugier und Emotionen sind garantiert in diesen fünf Tagen – spontane Kooperationen sind nicht auszuschließen.

Das 6. Rotary-Benefizkonzert in der großen Halle der Lauenburger Hitzler-Werft krönt den Abend des Eröffnungstages. / Foto: Hans-Jürgen Rumpf

Zum „Container-Hafen der Sinne“ liegt ein eigener Flyer mit dem kompletten Programm und allen Teilnehmern vor. Er steht unter www.kultursommer-am-kanal.de zum Download bereit. Auf der fortlaufend aktualisierten KulturSommer-Website erfahren Besucher in der Rubrik „Making of …“ mehr Neues und Wissenswertes über die einzelnen Projekte. Der Eröffnungstag erhält eine musikalische Krönung ein Stück elbaufwärts: In der Lauenburger Hitzler-Werft wird am Abend das 6. Rotary-Benefizkonzert mit Musik von Karl Jenkins die „Sehnsucht nach … Weltmusik“ stillen.

Einen künstlerischen Kontrapunkt am Ratzeburger See setzt am ersten KulturSommer-Wochenende die Gemeinschaft der Buchholzer Künstler. Sieben Ateliers öffnen ihre Türen, zeigen mit Malerei, Installationen, Objekten und Materialbildern eine Vielfalt an Schöpferkraft. Sabine Burmester, Maria Büter, Aloys Kötter, Maren Utzolino, Klaus-Dieter Sehlcke, Christof Müller und Maren Ruf sowie Elsbeth Buchfeld als Gast freuen sich auf Besucher.

Am 1./2. Juli öffnet die Gemeinschaft der Buchholzer Künstler ihre Ateliers: v. li. Maria Büter, Aloys Kötter, Christof Müller, Maren Utzolino, Maren Ruf, Elsbeth Buchfeld, Klaus-Dieter Sehlcke und Sabine Burmester / Foto: Künstlergemeinschaft Buchholz

Die Buchholzer Ateliers sind zugleich die erste Haltestation für „Bus – Kunst – Bus“ – eine Bustour durch Land und Kunst  am 2. Juli. An diesem Tag (siehe Fahrplan Reisebegleiter S. 54 oder www.kultursommer-am-kanal.de) fährt ein Sonderbus von Ratzeburg über Buchholz nach Salem und Klein Zecher, um die ersten Highlights des KulturSommers zu verknüpfen. Die Eröffnungsfahrt um 12 Uhr wird mit Musik und Kunst begleitet. Erste Station der großen Tour ist das Ratzeburger Strandbad mit „Beach Unplugged“, die im Vorjahr mit großen Erfolg gestartete junge Strandlounge der Kultur-Community mit Musik, Tanz und Liveacts. Den nächstes Stopp legt der Bus in Salem ein, wo Anja Franksen in einem Uferbüro ihre Installation „Insight – eine Reise im bildnerischen Dialog“ vorstellt und die Reisenden schon einmal erahnen können, was unter „Summerwisch“ zu verstehen ist. Letzter Stopp vor dem Rückweg ist Klein Zecher. Dort zeigt Antje Ladiges-Specht in ihrem Atelier Malerei, Kleidung und Schmuck. „Der Weg zur Mitte“ heißt ihre Zen-inspirierte Bilderschau.

Die Kultur-Community arrangiert mit „Beach unplugged“ am 2. Juli Fun und junge Live-Acts im Ratzeburger Strandbad. / Foto: Hanna Lohf

„De Summerwisch“ ist ein neues Sprachprojekt mit jungen Plattsnackern, das am 7. Juli mit unterhaltenden, fröhlichen und anrührenden Geschichten, Gedichten und Liedern in Mölln seine Premiere erleben wird. Die Journalistin und Autorin Christianne Nölting hat sich das gemütliche Projekt auf der Obstbaumwiese ausgedacht. Realisiert wird es von den plietschen Kids der Plattdeutsch-AG an der evangelischen Schule Gülzow unter Leitung von Peter Paulsen. Einsteiger wie Kenner der niederdeutschen Sprache werden ihre Freude daran haben.

Vor dem zweiten langen Wochenende bleibt Zeit zum Verweilen bei erfrischenden Farb- und Klangtupfern in den Städten und auf dem Land. Im Möllner Augustinum kann man sich etwa zu einem „Musikalischen Blind Date“ (3.7.) verabreden, in Steinhorst das Museum für Vergessene Arbeit (5.7.) kennenlernen und in Geesthacht eine Bilderausstellung (ab 1.7.) im Werkstatt-Café SmuX besuchen. Am Freitag Nachmittag eröffnet  Alexander Rantzau in seiner Lauenburger Galerie „mex4art“ mit einer Gemeinschaftsausstellung das bevorstehende Atelier-Wochenende.

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