Moritz liest

Valentin Moritz ist derzeit Stipendiat im Künstlerhaus Lauenburg. Foto: Marie Krutmann

Valentin Moritz ist derzeit Stipendiat im Künstlerhaus Lauenburg. Foto: Marie Krutmann

Schriftsteller Valentin Moritz stellt am Sonntag, 16. Juli, im Künstlerhaus Lauenburg sein Roman-Projekt „Siedlung“ vor. Der 30-Jährige erzählt von einem Ort auf dem Land, dem die Menschen abhandenkommen. Die Lesung beginnt um 17 Uhr.

Moritz, der seinen Lebensmittelpunkt eigentlich in Berlin hat, ist derzeit Stipendiat im Künstlerhaus Lauenburg. Auslöser seiner Roman-Idee ist ein kleiner Ort abseits der Bundeshauptstadt, in dem er sich eine „Datscha“ gekauft hat. Dort ist er auf traurige Bewohner gestoßen. „Die Leute, auf die ich da treffe“, sagt Moritz, „sind deprimiert. Sie haben das Gefühl, nicht mehr vom Fleck zu kommen.“ Es sind vor allem ältere Leute, zum Teil haben sie den Ort noch mit aufgebaut. Jüngere Leute? „Begegnen mir fast gar nicht. Es heißt immer, dass Leute aus der Großstadt in die Provinz ziehen.“

Moritz möchte in seinem Roman kein Weltuntergangsszenario entwickeln. Die Geschichte soll grotesk sein – „witzig“ und „ernsthaft“ zugleich. Seine Helden heißen Dora, die bald 80-jährige Kioskbetreiberin, die als Kind über die gefrorene Ostsee flüchtete, Erwin und Siggi, denen der Niedergang der Petrochemie und des Tagebaus in den Knochen steckt. Und dann ist da noch Hendrik, der mit Laura zusammen ist und sich mit dem Schlachthofarbeiter Alexei anfreundet. Über all diesen Personen schwebt die Frage, wie Gemeinschaft im Dorf wiederhergestellt werden kann – während sich, so plant es der Autor, eine Katastrophe anbahnt.

Moritz will sich Zeit nehmen für den Roman. Er will experimentieren. Er hofft, in zwei Jahren damit fertig zu sein. Erste Kostproben gibt es am Sonntag im Literaturhaus Lauenburg zu hören. Der Eintritt ist frei.

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