Songcontest für junge Lüüt

"Ein plattdeutscher Song ist mal was anderes", findet Thorsten Börnsen. Foto: kulturportal-herzogtum.de

„Ein plattdeutscher Song ist mal was anderes“, findet Thorsten Börnsen. Foto: kulturportal-herzogtum.de

Dat ward´n grote Saak. Davon ist Thorsten Börnsen überzeugt. Der Leiter des Zentrums für Niederdeutsch in Holstein (ZFN) veranstaltet erstmals einen plattdeutschen Songcontest. Junge Musiker aus dem Land zwischen den Meeren und aus der Hansestadt Hamburg können sich mit einem Lied bewerben.

Börnsen möchte die Heimatsprache wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Gerade bei der jungen Generation ist das alles andere als ein leichtes Unterfangen. Der ZFN-Leiter setzt darauf, dass der Zugang zur Sprache über die Musik funktioniert. Es gibt zig Nachwuchsbands und zig Nachwuchsmusiker, so sein Kalkül. Um möglichst viele von ihnen zu erreichen, hat er die Teilnahmebedingungen niedrigschwellig angesetzt. „Wer sich selbst nicht rantraut an die Sprache, kann sich den Liedtext von uns ins Niederdeutsche übersetzen lassen“, so der ZFN-Leiter. Außerdem ist musikalisch alles erlaubt: Heavy Metal, Punk, Hiphop, Ska. Den Stilrichtungen sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache Platt.

Börnsen hat zudem ein handfestes Argument parat, warum es sich lohnt, in der Heimatsprache zu dichten: „Heavy Metal oder Punk auf Platt ist mal was anderes. Wenn du die 120. Punkband bist, die nicht wirklich gut auf Englisch singt, dann hast du mit einem plattdeutschen Song einen echten Trumpf in der Hand.“

Börnsen weiß, wovon er spricht. In Niedersachsen hat er so einen Wettbewerb bereits aus der Taufe gehoben und gleich fünf Mal organisiert. Eine Jury wählt dort die drei besten Stücke aus. Die Gewinner erhalten einen Preis. In Niedersachsen ist Börnsen mit der Qualität der Songs und der Zahl der Teilnehmer stets zufrieden gewesen. „Im Durchschnitt haben sich zwischen 20 und 30 Bands beworben“, erinnert er sich. „Die Teilnehmer kamen vom Land – etwa aus Ostfriesland, Ammerland und dem Emsland, aber auch aus Städten wie Hannover.“

Gerne dürfen es in Schleswig-Holstein und Hamburg mehr sein. Sollte darüber hinaus die eine oder andere Bewerbung aus einem anderen Bundesland beim NFN eingehen, wird Börnsen auch sie mit in die Auswahl nehmen. Schließlich geht es um mehr als um Musik – es geht um das Plattdütsche, um die Zukunft der Sprache. Also ums Ganze. Für die Bands kann so ein Song auch der Anfang einer Karriere sein: „Die Hiphop-Combo „De Foffty Pence“, meint Börnsen, „ist beispielsweise richtig erfolgreich mit ihrer Musik.“

Der Aufgalopp für den Songcontest ging am heutigen Donnerstag, 7. September, in der Kieler Pumpe über die Bühne. Landtagspräsident Klaus Schlie, Schirmherr der Veranstaltung, appellierte bei der Pressekonferenz an den Nachwuchs: Nich schnacken, leeve Deerns, leeve Jungs, moken sult ji. Sing man to.“ Bis zum 15. März können Bands und Solokünstler ihren Song als Video- oder Audiodatei einreichen. Die Lieder nimmt ZFN-Leiter Börnsen unter info@plattbeats.de entgegen. Wer vorab Hilfestellung bei der Übersetzung braucht, erreicht ihn ebenfalls über diese Email-Adresse.

Den Gewinner winken Instrumentengutscheine. Der Erstplatzierte darf sich über 750 Euro, der Zweitplatzierte über 500 Euro und der Drittplatzierte über 250 Euro freuen.

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