„Arbeit der Stiftung ist identitätsstiftend“

Benjamin Lütke lässt seine Percussioninstrumente sprechen. Fotos: kulturportal-herzogtum.de

Dass die Stiftung Herzogtum Lauenburg zum 40. Geburtstag auf die Pauken hauen würde, hatte das Kulturportal vergangene Woche angekündigt und sich damit weit aus dem Fenster gelehnt. Doch nach der offiziellen Feier lässt sich mit Fug und Recht sagen: Der Ankündigung ließen die mehr als 100 Gäste sowie die Mitarbeiter der Stiftung Taten folgen.

Zunächst nutzten Unterstützer, Partner, Kulturschaffende und Vertreter aus Politik und Wirtschaft den von der Stiftung organisierten Sektempfang für einen Klönschnack. Es folgten die Festreden im großen Saal des Herrenhauses. Stiftungspräsident Klaus Schlie dankte in seiner Rede allen, „die sich ehrenamtlich oder hauptamtlich für die Stiftung engagiert haben und weiterhin engagieren“. Sein Dank ging zudem an die Sponsoren der Stiftung. Hier unterstrich er die herausragende Bedeutung der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg. „Ohne Ihre finanzielle Unterstützung könnten wir die Arbeit hier nicht machen“, rief Schlie den Verantwortlichen zu. Gleichwohl sah er, was die finanziellen Spielräume der Stiftung anbelange, Nachbesserungsbedarf. In diesem Punkt zeigte er sich selbstkritisch. Als Politiker, räumte er ein, habe er in der Vergangenheit oft mit dazu beigetragen, dass die Kultur nicht an erster Stelle gestanden habe. „Das war ein Fehler“, rief er den Gästen zu, lassen Sie uns mehr dafür tun!“

Es sei die „beste Entscheidung“ gewesen, dass der Kreis die kulturellen Aufgaben auf die Stiftung übertragen habe, konstatierte Kreispräsident Meinhard Füllner. „Wir haben erkannt, dass die Kreativität in Verwaltungshand vertrocknet.“ Hier in der Stiftung könne sie dagegen gedeihen. 2005 hatten beide Seiten einen öffentlich-rechtlichen Vertrag unterschrieben. Eine bundesweit einzigartige Konstellation, so der Kreispräsident. Die Arbeit der Stiftung wirke sich, lobte Füllner, „identitätsstiftend“ aus. Sie habe sich in den 40 Jahren ihres Bestehens um die Kultur und die Natur des Kreises verdient gemacht.

Anerkennende Worte für die Arbeit der Stiftung gab es auch von Möllns Bürgermeister Jan Wiegels. Sie habe in den zurückliegenden Jahren viel bewegt und dabei neue Akzente gesetzt. Wiegels erinnerte an den Umzug der Stiftung vom Herrenhaus Steinhorst in den Stadthauptmannshof, der 1986 dank einer Schenkung der Stadt Mölln zustande gekommen sei. Die Stadt hatte damals 2,4 Millionen Euro in die Sanierung des historischen Ensembles gesteckt.

Den Geburtstagsgrüßen folgte der Gang ans Büffet und die Aktion „Kunst und Klänge“. In der Kultur-Remise hatten Antje Ladiges-Specht und Hauke Jessen eigene Werke ausgestellt. Im Herrenhaus befanden sich Skulpturen von Peer Oliver Nau (Ellerbek) und Bilder von Detlef Moraht (Schaddingsdorf). Von diesen Exponaten ließen sich die Instrumentalmusiker zu einem meditativen Spiel inspirieren. Percussionist Benjamin Lütke zauberte ein rhythmisches Geräusch nach dem anderen hervor, legte sie in eine Endlosschleife, dass es klirrte und klopfte, flirrte und schrapte. Dabei variierte er immer wieder Lautstärke und Tempo. Ganz sachte, dass die Gedanken der Zuhörer davonschweben konnten – fügte er seine Töne ein, leise und leiser, so leise, bis sie irgendwann verschwanden und wieder neue hinzutraten. Seine Musikerkollegen taten es ihm nach und versanken in ihrem Spiel. Kai Stemmler vertiefte sich in seinen Kontrabass, animiert von Bildern des Buddhismus. Peter Köhler und Alexander Sputh ließen das Cello und die Gitarre sprechen. Zum Abschluss fanden alle vier dann im großen Saal des Herrenhauses zu einem meditativen Zusammenspiel zueinander. Es war der musikalisch-künstlerische Schlussakkord der Geburtstagsnacht, ehe die Festgesellschaft sich im Rittersaal versammelte, um bei Bier und Wein auf die „Pauke“ zu hauen.

 

 

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