Krümmeler Alfred Nobel Tage

Archiv Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e. V. - Archiv Karl Gruber

Der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht lädt von Dienstag, 5. Dezember, bis Sonntag, 10. Dezember zu den „Krümmeler Alfred Nobel Tagen ein“. Auf dem Programm stehen diverse Vorträge und historische Spaziergänge. So spricht der Bergmann Hans Eberhard Urbaniak am Dienstag, 7. Dezember, über die Sprengungen Nobels im Tagebau in der Zeche Dorstfeld (Dortmund). Urbaniak ist seit 1951 Mitglied der SPD und gehörte von 1978 bis 2002 dem Deutschen Bundestag an.

Unter dem Titel „High-Tech und Ruinen“ geht es dann am Freitag, 8. Dezember, um 13.30 Uhr auf einen historischen Spaziergang. Die Führung haben Patrick Kalb-Rottmann vom Helmholtz Zentrum Geesthacht und Reinhard Parchmann vom Förderkreis Industriemuseum Geesthacht. Treffpunkt ist die Pforte des Helmholtz Zentrums Geesthacht, Max-Planck-Straße. Zum Todestag von Alfred Nobel am Sonntag, 10. Dezember, gibt es einen weiteren historischen Spaziergang. Die Teilnehmer folgen ab 11 Uhr den Spuren des berühmten Erfinders. Die Leitung hat Ulrike Neidhöfer vom Förderkreis Industriemuseum Geesthacht. Treffpunkt ist der Nobelplatz, Ortsteil Krümmel (Geesthacht).

Am Sonntagabend spricht dann Dr. Michal Wozniak über „Das Exploseum in Bydgoszcz“ – das Museum in der ehemaligen DAG. Der Referent ist Direktor der Städtischen Museen Bydgoszcz (Bromberg) in Polen. Los geht es um19 Uhr. Veranstaltungsort ist das Schulungszentrum des Kernkraftwerkes Krümmel, Elbuferstraße 80, in Geesthacht.

Auch eine Kindervorlesung haben die Veranstalter geplant: Dr. Martin Husemann, Kurator der Abteilung Insektenkunde des Centrums für Naturkunde (CENAK), gibt am Dienstag, 5. Dezember, einen „Kleinen Einblick in die (noch) große Vielfalt der Insekten“. Husemann ist Spezialist für die komplexen Entstehungsprozesse neuer Arten. Der Vortag ist Teil der sogenannten Kinderuniversität, die der Förderkreis im Rahmen der Alfred Nobel Tage veranstaltet.

1865 erwarb der schwedische Erfinder und Industrielle Alfred Nobel auf dem Krümmel bei Geesthacht ein Gebiet samt Gebäudeensemble. Dort baute er eine Nitroglyzerinproduktion auf, die kurz darauf in die Luft gehen sollte. Um das brisante Nitroglyzerin gebrauchssicherer zu machen, entwickelte er daraus 1866 mit einem Zusatz Kieselgur das Dynamit und legte so den Grundstein für das Vermögen, aus dem bis heute die Nobelpreise verliehen werden.

Zu Ehren des 1866 erst knapp über 30-jährigen Nobels, der von Krümmel aus in acht Jahren weitere 15 Fabriken gründete, veranstaltet der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht alljährlich als Parallelveranstaltung zur Nobelpreisverleihung die „Krümmeler Alfred Nobel Tage“. Die Nobelpreise sind nur eine Seite der Medaille. Die zweite Seite ist die spätere Entwicklung der Nobel´schen Fabriken in der DAG, der Dynamit Actien Gesellschaft, zu Rüstungsfabriken in den beiden Weltkriegen. Viele Aspekte der Geschichte dieser Sprengstofffabriken sind heute von großem Interesse und zum Teil noch wenig erforscht. Auch Alfred Nobel als unglücklicher Mensch, großzügiger Stifter und genialer Erfinder ist bis heute andauernden Spekulationen ausgesetzt. 1873 verließ er Krümmel, damit auch Hamburg, und siedelte nach Paris über.

Anmeldungen zu den einzelnen Veranstaltungen werde bis zum 2. Dezember unter der Telefonnummer 04152-8877840 oder per Mail unter industriemuseumgeesthacht@gmx.de entgegengenommen.

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