Der Sound des tiefgefrorenen Wassers

Ein bisschen schräg ist die Idee ja schon – mit tiefgefrorenem, glasklaren Wasser Musik zu machen. Mit Eis! Das kann doch gar nicht klingen. Knacken kann es, wenn es unter den Füßen bricht, weil es nicht hart genug ist. Und doch gibt es jemanden, der das Gegenteil bewiesen hat und immer wieder beweist. Dieser jemand ist Terje Isungset.

2003 fertigte der Norweger – einer der weltweit innovativsten Perkussionisten – erstmals aus einem Eisblock ein Instrument. Mit Kettensegen und japanischen Messern rückte er dem sperrigen Klotz zu Leibe und formte daraus ein imposantes Eis-Drumset.

Das Ganze sah nicht nur cool aus, es funktionierte auch. Und zwar so gut, dass Isungset auf diesem außergewöhnlichen Instrument noch im selben Jahr seine erste CD einspielte. Seither hat ihn das Spiel mit dem tiefgefrorenen Element nicht wieder losgelassen. Er gründete sogar sein eigenes Label „All Ice Records“, auf dem er nach dem Debütalbum weitere herausgegeben hat.

Terje Isungset geht mit seinen Eisinstrumenten zudem regelmäßig auf Tour. Neben dem Eis-Drumset spielt er auf einem Blasinstrument aus Eis, einer Ice-Harp und einem Eisophon, das sich mit dem Xylophon vergleichen lässt. Außerdem ist da noch die Eisperkussion. Terje Isungset erzeugt auf Eisstäben, die sich vom Umfang und von der Länge unterscheiden, einen besonderen Sound.

Das Anfertigen dieser Stäbe erfordert eine hohe Frustrationstoleranz. Um am Ende fünf Exemplare für ein Konzert oder eine Aufnahme nutzen zu können, muss er etwa 100 Stück aus dem Eis schnitzen. Der Rest sei stumm. Die Ursache ist für Terje Isungset ein Mysterium und somit ein Fall für den Wissenschaftler, der sich mit akustischen Phänomenen beschäftigt. Tatsache ist aber – was in den Ohren des Laien wie eine Sensation anmutet -, dass Eis klingen kann. Es sei denn, es handelt sich um Kunsteis. Zumindest ist es dem Norweger bis heute nicht gelungen, damit erfolgreich zu arbeiten. Liegt es womöglich daran, dass das Eis, das er sich aus Gletschern holt, stärker gepresst ist?

Die wissenschaftlichen Fragen, die die Musik von Terje Isungset aufwirft, werden auch am 18. Januar auf dem Möllner Stadthauptmannshof nicht geklärt werden. Abgesehen davon darf sich das Publikum auf eine außergewöhnliche Performance freuen.

Quellen: http://nordische-musik.de/artikel/terje-isungset.phphttps://

www.abendblatt.de/region/schleswig-holstein/article213068337/Der-Sound-der-aus-der-Kaelte-kam.html

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