Charlotte allein zu Haus

Charlotte von Stein allein zu Haus – so lässt sich die Geschichte zusammenfassen, die am Sonnabend, 17. Februar, im kleinen Theater Schillerstraße (kTS/Geesthacht) zu sehen ist. Inszeniert hat das Schauspiel mit dem langen Titel „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ die Brecht-Enkelin Johanna Schall. Aufführungsbeginn ist um 20 Uhr.

Weimar 1786: Nach zehn scheinbar in Eintracht verlaufenen Jahren verlässt Goethe die Stadt. Über Nacht, heimlich, ohne Abschied oder Erlaubnis. Charlotte von Stein, seine Geliebte, sieht sich nun mit ihren Gefühlen und den Vorwürfen ihres Gatten konfrontiert.

Das ist die Szenerie für einen der „faszinierendsten Monologe, die in deutscher Sprache nach 1945 geschrieben worden sind“ (Frankfurter Rundschau). Das Publikum erlebt den Dichterfürsten aus einer erfrischend anderen Perspektive, wird er doch statt von Historikern von einer gleichermaßen liebenden wie verletzten Frau beschrieben: Goethe, der eitle Zeitgenosse, der Hypochonder, der Versager in der Liebe, der sich nur darauf versteht, seine Abenteuer literarisch auszubeuten.

Sich selbst sieht Charlotte von Stein als diejenige, die aus einem Sturm-und-Drang-Flegel einen einigermaßen brauchbaren Menschen gemacht hat.

Grundlage der Inszenierung ist einer der erfolgreichsten Theatertexte des 20. Jahrhunderts (gespielt an rund 200 deutschen Theatern und in 21 Ländern der Welt). Das Stück stammt aus der Feder von Peter Hacks. Dargeboten wird es von der Schauspielerin Anika Mauer.

Karten für das Stück gibt es im kTS, bei Zigarren Fries oder online unter www.kts-geesthacht.de.

Foto: iko freese/drama-berlin.de

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