Dem Volksnarren auf der Spur

Mölln – das ist die Till Eulenspiegel-Stadt. Dem Volksnarren, der um 1300 gelebt haben soll, kann sich hier niemand entziehen. Am Marktplatz gibt es beispielsweise den Till Eulenspiegel-Brunnen. An der Westseite der St. Nicolai-Kirche – also in unmittelbarer Nähe – erinnert ein Gedenkstein daran, dass er in Mölln gestorben ist. Außerdem sind da noch einige auf die Stadt verteilte Kunstwerke, die das Konterfei des Narren zeigen. Büsten. Reliefs.

Wer sich geballte Informationen wünscht, sollte auf dem Marktplatz das Eulenspiegel-Museum besuchen. Das Fachwerkhaus, in dem es sich befindet, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Dauerausstellung zeichnet die Rezeption Till Eulenspiegels als literarische Figur nach – die Streiche des Volksnarren im Spiegel der Zeiten. Sie erinnert an Erich Kästners Eulenspiegel-Buch. Er verwandelte den Narren in einen Kinderhelden, der anderen harmlose Streiche spielt. Die DDR feierte ihn als „Rebell“ gegen die Obrigkeit, der gegen den Adel und die Pfaffen aufbegehrte. Eine Sichtweise, die seine Aventiuren nicht hergeben. Die aus dem Mittelalter überlieferten Geschichten zeigen, dass keiner vor seinen Streichen sicher war – auch die kleinen Leute nicht, die er gerne wegen ihrer Dummheit und Unterwürfigkeit vorführte.

Auch bildliche Darstellungen finden sich im Eulenspiegel-Museum. Die Ausstellung präsentiert Grafiken von A. Paul Weber, der sich bis zu seinem Tod 1980 intensiv mit dem Narren befasste. Weber lebte seit Mitte der 30er Jahre in Mölln.

Das Museum hat derzeit montags bis freitags von 14 bis 16 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

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