Unerhört!?

Die Hörgeschädigten-Pädagogin Danielle Chlupka ist am Mittwoch, 8. August, im Augustinum Aumühle zu Gast. Sie spricht über den richtigen Umgang mit dem Hörverlust. Chlupka ist selbst schwerhörig. Der Vortrag beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Fast jeder fünfte Deutsche über 14 Jahre hört schlecht. Ab dem 65. Lebensjahr sind rund 50% der Männer und 33% der Frauen von Schwerhörigkeit betroffen. Die meisten merken es zu spät, denn der späte Hörverlust verläuft meist schleichend. Oft merken es die Partner, Eltern und Kinder, Freunde und Kollegen eher als die Betroffenen, dass bei ihnen nicht mehr alles ankommt. Irgendwann wird das Verstehen zur Schwerstarbeit. „Wer früh genug mit einem Hörgerät anfängt und es regelmäßig trägt, gewöhnt sich schneller daran. Wer zu spät einsteigt, lässt sich von dieser anderen Art des Hörens möglicherweise so irritieren, dass er vorschnell aufgibt“, erklärt Danielle Chlupka. Ein Hörgerät ist trotz seiner Vorteile kein Allheilmittel. Es verstärkt auch Hintergrundgeräusche und erschwert so oft die Fokussierung auf eine Quelle. Möglichkeiten der Hörtechnik gehören deshalb ebenso zum Vortrag wie Regeln in der Kommunikation mit Schwerhörigen.

„Schreien zum Beispiel nützt gar nichts, weil es die Sprache verzerrt und weil laute Geräusche auch einem stark Hörgeschädigten in den Ohren schmerzen. Bei einer Hörschädigung geht es nicht nur um laut und leise, sondern vor allem um das Verstehen“, erklärt Danielle Chlupka, „deshalb sollte man langsam, deutlich und dem Gegenüber zugewandt sprechen.“ Neben ihrer Arbeit im SchulCentrum Augustinum ist Danielle Chlupka seit 2012 Dozentin an der Fachakademie für Heilpädagogik und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie referiert in den Augustinum-Wohnstiften sowohl über Ursachen und Auswirkungen von Hörschädigungen als auch über gelungene Hör- und Kommunikationsstrategien für ein aktives und autarkes soziales Leben.

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