Etwas Positives für die Welt erschaffen

„Im Grunde ist alles, was ich schaffe, von dem Wunsch durchdrungen, Positives zu erschaffen“, sagt Floriana M. Ohldag über ihre Kunst. Sie hat sich geschworen, „in einer Welt, in der es so viel Erschreckendes gibt, etwas Gegenteiliges in die Waagschale zu werfen“.

Dabei hat sie sich für das „Wie“ keine Grenzen gesetzt. Ohldag malt und zeichnet, sie arbeitet mit dem Fotoapparat, sie baut Mobiles, schafft Skulpturen und kreiert Trophäen. Die Motive, die sie wählt, verraten eine Liebe zum Detail. Das Kleine, das so gerne übersehen wird, inspiriert sie. Eine Baumrinde etwa, Risse in einem Fundament oder die Blüten einer Pflanze.

Die Liebe zum Detail spiegelt sich bisweilen auch bei der Wahl der Materialien wider. Bei der Gestaltung der EU-Umwelt-Trophäe entschied sie sich für zwei verschiedene Holzfurnierarten. Die Beschriftung wurde in den Steinsockel gelasert, dann mit Champagnerkreide hervorgehoben. Das Ergebnis ist ein filigraner „Umwelt-Oscar“, ein Preis, der ganz nach dem Geschmack von Ohldag ist. Er steht für Nachhaltigkeit („Den Leim kann man sogar essen!“) und verweist damit auf etwas Positives in der Welt.

Während die EU-Umwelt-Trophäe von Kopf bis Fuß „durchdesignt“ ist, erlaubt sich die Künstlerin an anderer Stelle, ihre Kreation mit einer Prise des Zufalls in unerwartete Formen zu gießen. Ohldag fertigt Fotogramme an. Diese Technik stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Bilder, die sie auf diese Weise kreiert, entstehen in der Dunkelkammer. „Bei dieser Arbeit platziere ich Objekte zwischen Beleuchter und Fotopapier“, so die 40-Jährige. „Das ist eine sehr intuitive Arbeit. Das Papier bleibt die ganze Zeit über weiß. Der visuelle Inhalt entsteht dann innerhalb weniger Sekunden Belichtungszeit. Was ich gemacht habe, sehe ich erst beim Entwickeln.“

Es geht aber auch langsamer: „In der Dunkelkammer kann ich diese Sekunden über Stunden hinweg hinauszögern.“ Für sie sei das beinahe so, als gelänge es, die schnelllebige Gegenwart zu entschleunigen. Dementsprechend verwendet sie für diese Kunst das Wortspiel „re-L-accelerate“. Es handelt sich um eine Zusammensetzung der englischen Wörter „relax“, das bedeutet entspannen, und „accelerate“, was mit „beschleunigen“ übersetzt wird.

Infos über Floriana Ohldag und ihre Maea Art Gallery unter

http://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/01/10805/

http://kulturportal-herzogtum.de/2018/10/01/pop-up-baby/

http://www.kunst.land

http://www.kofloriana.com

Fotogramm: Floriana M. Ohldag

 

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