„Oh, eine Dummel!“

Seit mittlerweile mehr als einer Woche ist in der Ratzeburger Kreisverwaltung die Ausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire” zu sehen. Eine Schau, die offensichtlich den Nerv der Bürger trifft. Schon bei der Eröffnung vor rund 30 Gästen hatte Landrat Dr. Christoph Mager erklärt, dass ihm aufgefallen sei, wie neugierig viele Menschen auf die rund 60 Karikaturen namhafter Künstler sowie die satirischen Fernseh- und Filmbeiträge an den drei Medienstationen im Erdgeschoss und im ersten Stock des Foyers reagieren würden.

Offensichtlich erfüllen die Exponate damit genau den Zweck, den Marcus Laube von der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Celle als Mitinitiator der Ausstellung den Anwesenden erläutern konnte. „Es ging uns bei der Entwicklung der Ausstellung vor allem darum, die Themen ‚Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit‘ in einer ganz niederschwelligen Form, ohne viele pädagogische Texte, aber doch inhaltsstark darbieten und so gerade junge Menschen auch selbst entdecken lassen zu können. Zudem sollte die Ausstellung auch Ängste abbauen, sich mit Rechtsextremismus aktiv auseinanderzusetzen, der meist sehr martialisch und bedrohlich wirken will. Was hilft da besser, als darüber auch mal zu lachen?“ so Laube in seiner Einführung.

Dass diese Verbindung von Humor und Nachdenklichkeit anregend und gut umgesetzt ist, konstatierten sowohl Landrat Dr. Mager als auch Bürgermeister Rainer Voß. Beide betonten einmal mehr, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit für alle Bürger ist, klar und deutlich für die Werte des Grundgesetzes einzutreten. Diese, so Voß, sähen sich vielen Herausforderungen ausgesetzt, denen Demokraten beherzt und engagiert entgegentreten müssen. Solch Engagement kann sich dabei im persönlichen Zwiegespräch, im öffentlichen Widersprechen gerade auch in virtuellen Räumen, in Projekten wie der vom Verein Miteinander leben und dem Ratzeburger Bündnis organisierten Ausstellung oder auch auf einer Demonstration wie jüngst in Berkenthin zeigen. Und natürlich immer auch musikalisch, wie Liedermacher Klaus Irmscher dies während der Eröffnung tat und sein neuesten Lied „Nacheilendes Verhalten“ zu den rechtsradikalen Vorgängen in Chemnitz vorstellte. Wie solche Herausforderungen gerade im Umgang mit der rechten Szene aktuell aussehen, legten Beiträge vom RAA Regionalzentrum Westmecklenburg und vom Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel dar. Beide schlossen mahnend, diese Szene nicht aus den Augen zu verlieren und ihr mit zivilgesellschaftlichem Engagement entgegenzutreten. Eine Botschaft, die auch die Ausstellung „Oh, eine Dummel!“ transportiert, zu sehen im Kreishaus noch bis zum 23. November während der Öffnungszeiten. Sie wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

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