Wissenswertes über alte Obstarten

Wissenswertes über alte Obstarten verrät Peter Schlottmann am Sonnabend, 12. Januar, im Rahmen eines einstündigen Seminars auf der Streuobstwiese in Ratzeburg. Zudem widmet sich der Experte dem Schneiden von Edelreisern sowie der Entnahme von Steckhölzern. Los geht es um 14.30 Uhr.  Die Teilnahme ist kostenlos.

Während der Ruhezeit der Bäume lassen sich Reiser und Steckhölzer für den Eigenbedarf schneiden. Diese müssen dann bis zum Frühjahr eingelagert werden, um dann selbst einen schon vorhandenen Obstbaum mit mehreren Sorten auszustatten. Für all diese Handgriffe braucht es allerdings einer professionellen Anleitung.

Die Reiser können zudem zu einem künftigen Seminar mitgebracht werden, damit dann der Fachgärtner sie auf eine Unterlage setzt. So können Sippen in den eigenen Garten geholt werden, die sonst im Handel kaum bis gar nicht mehr erwerbbar sind. Dazu gehört bei den Äpfeln unter anderem der wunderbare Prinz Albrecht von Preußen und die Alkmene, herrlich für den Frischgenuss und für Grütze oder Kuchen bis Dezember. Besondere Bedeutung haben zum Beispiel auch der Rote Holsteiner Cox aus Kopenhagen und der Danziger Kantapfel, die wegen ihres Reichtums an Anthocyanen besonders gesund, aber auch sehr wohlschmeckend von Mitte November bis Anfang Januar sind. Wer heimisches Obst aus der Nähe möchte, kann sich für den vorzüglichen Holsteiner Cox aus Fitzen bei Büchen entscheiden. Besonders empfohlen werden aber auch der ganz besonders saftig-aromatische Dithmarscher Paradiesapfel, der wegen seines Geschmackes seinen Namen zu Recht trägt, und die so gute Stina Lohmann und die Champagner Renette mit ihren vielen Polyphenolen, die zur Gesundung eines Menschen beitragen können.

Auch Reiser von den wunderbaren Primitivpflaumen sind möglich. Sie lassen sich weiter veredeln, die Kricke etwa, die Kreete, die Kreeke, der Spilling, die Ziparte, die Löhrpflaume usw. Dabei muss besonders auf die Falshöfter (Angeln) Kricke und den dortigen blauen Spilling verwiesen werden, die sich für Marmelade ganz besonders eignen. Ob noch Reiser von den Kirschpflaumen gewählt werden können, hängt von der Wärme des Winters ab. Bis zur Veredelung im Seminar am 6. April, müssen Reiser in einem Eimer oder einer Kiste mit jeweils nicht ganz trockenem Kies zwischengelagert oder beim Fachgärtner in Auftrag gegeben werden.

Vom Schwarzen Holunder, der Echten Kornelkirsche und der schön blühenden Deutschen Mispel können Steckhölzer geschnitten und schon auf der Wiese hergerichtet werden. Etiketten zur Beschriftung der Reiser und Steckhölzer stehen zur Verfügung.

Mitzubringen ist am Sonnabend ein Kugelschreiber. Sollte die Mittagstemperatur unter -4°C liegen, wird das Seminar um eine Woche verschoben. Die Streuobstwiese befindet sich in Ratezburg im Ortsteil Stüvkamp (Einhaus).

Foto: Stiftung Herzogtum Lauenburg

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