„Weg ins Ungewisse“

Das nennt man wohl einen Dominoeffekt: Am Anfang stand die Idee von Marianne Lentz, etwas über „Flucht und Vertreibung“ zu machen. Aus der Idee entstand ein Projekt, das sich zu einem Mammutprojekt entwickelte und das Mammutprojekt gipfelte schließlich in einem Mammutprogramm. „Fliehen – einst geflohen“ umfasst zehn Sonderausstellungen in den Museen der Region, 13 Events, darunter Konzerte, Filme und Theateraufführungen, sowie drei Kunstschauen. Nach so viel Planung geht es nun endlich los: Am kommenden Sonntag, 3. März, wird im Möllner Stadthautmannshof die Schau „Weg ins Ungewisse“ eröffnet. Die Vernissage beginnt um 11.30 Uhr.

Die Besucher und Künstler werden von Klaus Schlie, Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, und von Marianne Lentz begrüßt. Die Malerin Janis Walzel führt in die Ausstellung ein, an der 19 Künstler aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg und dem Kreis Stormarn beteiligt sind. Sie richten den Fokus auf Menschen, die von Kriegen, Hungersnöten und Unterdrückung gebeutelt sind und die als Ausweg die Flucht wählen. Und doch – trotz dieser intensiven Auseinandersetzung – könne man sich nicht vorstellen, was die Betroffenen tatsächlich durchlitten haben und durchleiden müssen, meint Janis Walzel (Trittau). Nur die Flüchtenden selbst seien in der Lage, dies zu erfühlen. Aus dieser Sicht heraus ist die Kunst von Nicht-Betroffenen lediglich eine Annäherung an das Leid. Aber allein das reicht schon aus – wie die Bilder und Skulpturen der 19 Künstler zeigen –, um angesichts der menschlichen Tragödien und Abgründe zu erschaudern.

„Weg ins Ungewisse“ zeigt Werke von Volker Persy (Trittau), Lucia Schoop (Bargteheide), Gudrun Dräger (Lütjensee), Sonja Reiche (Lasbek), Karin Tillmanns (Reinbek), Hildegard Mann (Groß Boden), Hartmut Deutelmoser (Ahrensburg), Christiane Leptin (Geesthacht), Claudia Bormann (Ratzeburg), Sabine Burmester (Ratzeburg), Anne Saalfeld (Ahrensburg), Hardy Fürstenau (Bad Oldesloe), Claudia Koopmann (Reinbek), Anke Hellberg (Kollow), Angela Zander-Reinert (Ammersbek), Marianne Schäfer (Koberg), Steffen Prieß (Mölln), Ulrike Dillig (Reinfeld) und Janis Walzel (Trittau).

Die Ausstellung im Möllner Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, ist vom 3. bis 24. März donnerstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

„Weg ins Ungewisse“ wird zudem vom 5. bis 30. März im Kulturzentrum Marstall, Lübecker Straße 8, in Ahrensburg (Kreis Stormarn) gezeigt.

Abbildung: Hildegard Mann

Weitere Infos, Veranstaltungen und Ausstellungen zum Thema „Fliehen – einst geflohen“:

http://kulturportal-herzogtum.de/2019/03/04/so-weit-weg-von-zuhause/

http://kulturportal-herzogtum.de/2019/02/25/heimat-ist-etwas-sehr-intimes/

http://kulturportal-herzogtum.de/2019/02/25/vom-rentierjaeger-bis-zur-weltberuehmten-anne-franck/

http://kulturportal-herzogtum.de/2019/03/04/1939-damals-war-es-die-st-louis/

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