KI – ein weites Feld

Künstliche Intelligenz (KI) – was ist das überhaupt? Gute Frage. Menschen, die sich für das Thema interessieren, aber nicht vom Fach sind, geraten hier schnell an ihre Grenzen. Eine einfache Antwort lautet: KI basiert auf Algorithmen, das sind mathematische Rechenformeln, die in genau festgelegten Schritten eine Aufgabe erfüllen. Sie sagen dem Prozessor im Rechner, wie er den einlaufenden Datenstrom verarbeiten soll. Beispiel Spracherkennung: Apples Sprachassistent „Siri“ versteht nicht im Sinne des menschlichen Bewusstseins, was wir ihm sagen, aber er zerlegt das gesprochene Wort in Einzelteile und gleicht es mit schon mal erkannten Wörtern ab, entschlüsselt sie und gibt sie wieder. Der Algorithmus „lernt“. Je mehr Daten er entschlüsselt, desto besser wird er.

Diese Form der KI dominiert derzeit die technische Weiterentwicklung von Computern. Ein Schattendasein fristet dagegen die von Forschern angestrebte Schaffung eines maschinellen Bewusstseins. Immerhin gibt es bereits Ingenieure, denen es gelungen ist, Rechner mit Nervenzellen zu bestücken. Diese erzeugen elektrische Erregungen und lösen Signale aus, die zu Denkprozessen führen. Reine Zukunftsmusik ist bislang das, was Henry Markram vorhat. Der Forscher versucht sich in der Königsdisziplin der KI. Er will eine Maschine bauen, die funktioniert wie der Mensch. Dafür arbeitet er an einem Nachbau des Gehirns am Computer – Nervenzelle für Nervenzelle, Synapse für Synapse.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Das menschliche Gehirn besteht aus 100 Milliarden Nervenzellen und 100 Billionen Synapsen. Der erste große Erfolg von Markrams Arbeit ist die Nachbildung einer „kortikalen Säule“, ein Grundbaustein der Hirnrinde. Sie setzt sich aus 10.000 nachgebauten Nervenzellen zusammen, die alle miteinander verbunden sind. Ein 3D-Puzzle aus Schaltkreisen. Mit einem Gehirn hat das noch wenig zu tun. Das menschliche Denkorgan besteht aus einem Großhirn für das Sehen, Denken und Sprechen, einem Zwischenhirn für die Koordination des Körpers, einem Kleinhirn für das Nervensystem und einem Stammhirn für wichtige Reflexe wie die Atmung oder den Herzschlag.

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