„ich und die Artothek“

Regine Bonke hat auch ein Bild beigesteuert. Es ist konstruktivistisch. Ein Quadrat. „Schlicht und streng“, sagt sie. Wie alle anderen Künstler, die noch bis 25. Juni eine Arbeit in der Stadthaus zeigen, hat sie sich von einem Kunstwerk aus der Artothek inspirieren lassen. Der Titel der Ausstellung „ich und die Artothek“ liegt da auf der Hand. Anlass der Schau ist das 30-jährige Bestehen der Einrichtung, in der Menschen seit ihrer Eröffnung Bilder ausleihen können.

Bonke erinnert sich noch lebhaft an den Start der Artothek. Es war ein schwieriges Unterfangen. Der Lauenburgische Kunstverein (LKV) – bei deren Eröffnung selbst erst fünf Jahre alt – besaß nicht mehr als das ehrenamtliche Engagement und den Enthusiasmus seiner Mitglieder. „Wir haben damals Bettelbriefe an 250 Künstler geschrieben“, erinnert sich Bonke. Nicht alle seien begeistert gewesen, manch einer reagierte eher genervt. Aber die Tatsache, dass es in der Artothek heute einen riesigen Fundus an Bildern gibt, die sich die Menschen ausleihen können, zeigt: Es funktionierte. Oder um es mit den Worten Bonkes zu sagen: „1989 haben wir ganz Mölln unter Kunst gesetzt!“

Der Schwerpunkt des Bestands liege in den 80er, 90er und 2000er Jahren, erzählt Bonke. Werke bekannter – etwa von Hundertwasser –und unbekannter Künstler seien dabei. Das älteste Bild stamme aus dem Jahr 1901, das jüngste aus dem Jahr 2016. Sogar ein Stück deutsch-deutsche Geschichte spiegelt sich in dem Fundus: Einige Kunstwerke seien in den 80er Jahren aus der DDR in den Westen geschmuggelt worden, sagt Bonke. Unter Äpfel und Quitten habe man Arbeiten Dresdener Grafiker damals über die Grenze geschleust.

Aus diesem Bestand haben nun dem Lauenburgischen Kunstverein verbundene Künstler eine Arbeit ausgewählt, um daraus ein eigenes Stück abzuleiten. Insgesamt sind es 68 höchst unterschiedliche Werke, die so entstanden sind. Jeder beziehungsweise jede, sagt Bonke, habe das machen können, was sie oder ihn berühre. Ein Künstler habe beispielsweise „etwas mit Kapitalismuskritik“ gemacht.

Das Ergebnis unterstreicht, dass die Artothek längst zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens geworden ist. Menschen können hierherkommen, um sich mit Kunst zu umgeben, sich über sie zu unterhalten oder aber auch, um erstmals in Kontakt mit ihr zu treten.

„ich und die Artothek“, Jubiläumsausstellung, 23. Mai bis 28. Juni, Stadthaus, Wasserkrüger Weg 16, Mölln, montags bis mittwochs sowie freitags von 8.30 bis 12 Uhr , donnerstags 15 bis 18 Uhr

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