„Bruder Jakob schläfst du noch?“

Wegen eines verheerenden Feuers ist die Orgel in Notre Dame Paris vorerst verstummt. Das hindert David Schollmeyer jedoch nicht, sich am Sonnabend, 13. Juli, im Ratzeburger Dom Kompositionen von Louis Vierne und Pierre Cochereau zu widmen, die an der weltberühmten Kathedrale wirkten. Das Sommerkonzert mit dem Organisten der Bürgermeister-Schmid-Kirche in Bremerhaven beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Vierne komponierte neben seinen grandiosen Orgelsymphonien 24 Fantasiestücke. Sie entstanden 1926/27 und sind wie Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ in allen Dur- und Molltonarten geschrieben. Für das Konzert hat David Schollmeyer fünf Stücke ausgewählt, die in ihrer dramaturgischen Abfolge auch eine Art Orgelsymphonie bilden, wobei die drei mittleren Stücke zudem die Trias „Sonne, Mond und Sterne“ zum Inhalt haben.

Pierre Cochereau gilt als einer der bedeutendsten Improvisatoren des 20.  Jahrhunderts. Aufgrund seiner sehr ausgedehnten Konzert- und
Lehrtätigkeit hat er nur relativ wenig Kompositionen hinterlassen.
Glücklicherweise existieren mehr als 20 Transkriptionen seiner legendären, zum Teil atemberaubenden Improvisationen, zu denen auch die Variationen über „Frère Jacques“ gehören. Das Thema dieses Zyklus ist auch in Deutschland sehr bekannt, es handelt sich um den  Kanon „Bruder Jakob, schläfst du noch, hörst du nicht die Glocken?“

Musik aus Notre Dame Paris, Sommerkonzert, 13. Juli, Ratzeburger Dom, Domhof 35, Ratzeburg, 18 Uhr, freier Eintritt