Uwe Michelsens Blick auf die Wende

Mit der Sonderausstellung „Momentaufnahmen – ein Land verschwindet. Der Schleswig-Holsteiner Künstler Uwe Michelsen 1990 in Zarrentin“ erinnert das Grenzhus Schlagsdorf an die Grenzöffnung vor 30 Jahren. Die Schau ist noch bis zum 27. Dezember zugänglich.

In den turbulenten Wochen und Monaten im Herbst 89 traf der westdeutsche Künstler Uwe Michelsen auf die ostdeutsche Revolution in Zarrentin. Was als einmalige Begegnung begann, schlug sich in zahlreichen beeindruckenden Kunstwerken nieder. Die Ausstellung zeigt Pastelle, Ölbilder und großformatige Collagen mit seinen Wahrnehmungen aus der ostdeutschen Kleinstadt am Schaalsee 1989/90.

Als die Familie Michelsen die Verwandtschaft im Grenzsperrgebiet erstmals mit dem eigenen Pkw 1989 besuchen konnte, waren auch die Malutensilien des Künstlers dabei. Kurz darauf fiel die Grenze und mit künstlerischer Neugier nahm Uwe Michelsen die Veränderungen wahr. Er wollte den Wandel festhalten und künstlerisch fassen. Der Künstler zeichnete und sammelte eine DDR-Objektwelt, die im Untergang begriffen war. Er erlebte den Abbau der DDR-Sperranlagen und die Konfrontation mit der westdeutschen Konsumwelt. Durch die Montage disparater Elemente und seine reflektierte Malerei gelangen Uwe Michelsen Momentaufnahmen, in denen sich die damaligen Ereignisse wie in einem Spektrum widerspiegeln.

Die Ausstellungspräsentation wurde von der Landesbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns für die Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert. Zuwendungen gab es zudem vom Raiffeisenband eG Ratzeburg, von Politische Memoriale e. V. sowie weiteren Sponsoren.

 „Momentaufnahmen – ein Land verschwindet. Der Schleswig-Holsteiner Künstler Uwe Michelsen 1990 in Zarrentin“, Sonderausstellung, bis 27. Dezember, Grenzhus, Neubauernweg 1, Schlagsdorf