Tage der Industriekultur

Verwaltungsgebäude der Krümmeler Dynamitfabrik von Alfred Nobel. Aufnahme ca. 1924. Hinter dem Gebäude links noch das alte Direktorenwohnhaus zu sehen!

Zum fünften Mal lädt die Metropolregion Hamburg zu den Tagen der Industriekultur am Wasser ein. In diesem Jahr am 28. und 29. September. Für alle Kultur-, Geschichts- und Technikinteressierten, genauso wie für Aktive und Familien ist etwas dabei. Führungen, Schiffsfahrten, Rundgänge, Radtouren, Mitmach-Aktionen, Besichtigungen und „Denkmale in Aktion“. Das Angebot ist so vielfältig wie die teilnehmenden Industrieanlagen.

Auch im Kreis Lauenburg gibt es wieder viel zu entdecken. In Geesthacht ist eine ganze Eisbrecherflottestationiert. Einer der Eisbrecher kann am Samstag, 28. September am Bauhof Geesthacht besichtigt werden.

Bei einem historischen Spaziergang am Sonntag, 29. September geht es auf den Spuren Alfred Nobels – der in Geesthacht die erste Dynamitfabrikder Welt gründete. 1865 siedelte Nobel sich mit seiner Sprengstofffabrik hier an. Bereits ein Jahr später entwickelte er in Krümmel daraus das Dynamit. Wer nach dem Spaziergang noch Elan hat, schließt sich der Führung im nahe gelegenen Pumpspeicherkraftwerk an. Das Pumpspeicherkraftwerk ist das einzige in ganz Norddeutschland. Seit 1958 speichert es Energie in Form von großen Mengen Wasser.

Neu in Geesthacht dabei ist das Kernkraftwerk Krümmel. Es war 1984, bei Inbetriebnahme, der stärkste Siedewasserreaktor der Welt. Wegen des Kühlwasserbedarfs hat das östlich des Pumpspeicherkraftwerkes Geesthacht gelegene Kernkraftwerk einst von der Lage an der Elbe profitiert. 2009 unterbrach das Kraftwerk die Produktion, 2011 wurde es stillgelegt. Der Rückbau wird etwa 15 bis 20 Jahre dauern. Am Sonntag, 29. September werden zwischen 11 und 17 Uhr jeweils zur vollen Stunde Vorträge zur Stilllegung und zum Rückbau angeboten.

Die besondere Industriegeschichte der Stadt – heute ist Geesthacht der größte Energiestandort in Norddeutschland – ist im Geesthacht-Museum anschaulich dokumentiert.

In Lauenburg lohnt ein Besuch des Elbschifffahrtsmuseum. Es werden Führungen durch das Museum und die Dauerausstellung zu den Arbeits- und Lebensbedingungen beim Schiffbau und in der Schifffahrt in den letzten Jahrhunderten angeboten. Darüber hinaus befindet sich im Gewölbekeller die „Schatzkammer der Schiffsantriebe“, eine deutschlandweit einmalige Sammlung von Dampfmaschinen und Dieselmotoren unterschiedlichster Bauarten.

Tage der Industriekultur am Wasser, 28. und 29. September, u. a. Kernkraftwerk Krümmel, Dynamitfabrik Geesthacht