„Der KulturSommer am Kanal ist eine sehr starke Marke“

Das Team der Stiftung Herzogtum Lauenburg freut sich über eine neue engagierte Kollegin. Seit dem 1. Oktober fungiert Farina Klose als Managerin des KulturSommers am Kanal (KuSo). Kulturportal-Herzogtum.de sprach mit der 33-Jährigen, die in Hamburg „Kultur der Metropole“ studiert hat und zuletzt für die „Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg“ tätig war, über den KuSo und ihre neue Aufgabe.

Kulturportal-Herzogtum.de: Frau Klose, Ihre Arbeit basiert auf einem Dreiklang. Da ist die Kultur, da ist der Sommer und da ist eine Wasserstraße. Alles zusammen ergibt ein Festival, das für Sie als frischgebackene Managerin des KulturSommers am Kanal Neuland ist. Das dürfte beim Thema Kultur anders sein – oder?

Farina Klose: Das stimmt. Genau genommen habe ich mein ganzes Leben mit Kultur zu tun gehabt. Mein Vater hat – seit ich denken kann – auf dem Land ein Antiquitätengeschäft geführt. Dort hat er alle zwei Monate eine Kunstausstellung gezeigt. Künstlerinnen und Künstler gingen bei uns ein und aus.

KP: Haben Sie Ihren Vater unterstützt?

Klose: Na ja, als Kind konnte ich mich natürlich noch nicht richtig einbringen. Da bin ich zwischen den Bildern rumgelaufen. Später habe ich Häppchen gereicht und irgendwann dann bei der Organisation geholfen. Die Aufgaben wurden mir je nach Alter zugeteilt.

KP: Und abseits des Elternhauses? Waren Sie da auch im Bereich Kultur engagiert?

Klose: Als Jugendliche bin ich im Jugendzentrum Bad Segeberg im Vorstand aktiv gewesen. Zusammen haben wir viele Konzerte organisiert, Diskussionsabende, Lesungen.

KP: Kunst und Musik mögen Sie also. Wie steht es um den Sommer?

Klose: Den nordischen Sommer mag ich. Ich bin aber kein Fan von zu hohen Temperaturen. Die langen Abende gefallen mir. Schön ist auch, dass man Veranstaltungen im Freien besuchen kann.

KP: Das Problem ist nur, dass der Sommer durch kulturelle Dürrephasen besticht. Die Theaterhäuser beispielsweise sind über Wochen geschlossen.

Klose: Das ist ein wichtiger Punkt. Es ist gut, dass der KulturSommer am Kanal im Juni und im Juli stattfindet. Ich erinnere mich noch gut, als ich noch nicht nach Hamburg gezogen war, da wirkte die Sommerpause auf mich wie rausgefallen aus dem Raum-Zeit-Kontinuum. Dabei ist es gerade im ländlichen Raum wichtig, den Sommer mit kulturellen Veranstaltungen und Events auszufüllen – sowohl für die Menschen, die hier leben, als auch für die Touristen, die hier Urlaub machen. In Hamburg ist das etwas anderes. Da fragt man sich nicht: Kann ich was machen, sondern was will ich machen.

KP: Wir haben noch nicht über das Wasser und den Kanal gesprochen. Wie halten Sie es mit dem Wasser?

Klose: Ich bin in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Die Küste war nie weit entfernt und es gab viele Seen in der Nähe. Am Wasser erhole ich mich, sammele Kraft und neue Energie.  

KP: Das heißt, sie sind aufgeschlossen für Veranstaltungen auf dem Wasser?

Klose: Prinzipiell schon. Aber mit dem Kanu-Wander-Theater ist das Wasser ja schon sehr stark eingebunden. Außerdem gibt es ja noch das Singen am See. Allerdings planen wir für 2020 einen weiteren Programmpunkt, der mit dem Wasser und den Ufern des Kreises verknüpft ist.

KP: Würden mehr Veranstaltungen auf und am Wasser die Marke „KulturSommer am Kanal“ nicht noch weiter stärken?

Klose: Meiner Meinung nach ist der KulturSommer am Kanal schon eine sehr starke Marke. Sein herausstechendes Merkmal ist, dass das Festival dezentral organisiert und eine große Bandbreite an verschiedenen Kulturformaten angeboten wird. Oftmals finden die Veranstaltungen an Orten statt, die auf den ersten Blick nicht gerade typisch dafür sind, dort Kultur stattfinden zu lassen. Gerade diese oftmals eher kleinen und leisen Orte sind es, die tolle Geschichten erzählen können.

KP: Womit wir bei Ihrer Arbeit wären. Was macht die Kulturmanagerin des KulturSommers am Kanal?

Klose: Zurzeit stecke ich in der Planung für den nächsten KulturSommer. Es geht darum, die laufenden Vorbereitungsarbeiten richtig aufzuteilen. Darüber hinaus kümmere ich mich um die Planung und Weiterentwicklung des KulturSommers in den nächsten Jahren. Es geht darum, Orte, Akteure und Themen zu finden, die für das Festival interessant sind. Dabei wollen wir auch die neuen Medien stärker berücksichtigen und die Zusammenarbeit mit jungen Menschen weiter ausbauen.

KP: Sie haben ja erst vor knapp einem Monat Ihre Arbeit aufgenommen. Wie läuft die Zusammenarbeit mit KulturSommer-Intendant Frank Düwel und der Stiftung Herzogtum Lauenburg? Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich gut einbringen können?

Klose: Mit Frank Düwel ist die Zusammenarbeit sehr fruchtbar, weil er alles mit mir teilt. Ich erhalte von ihm viele Infos und Anregungen. Das hat es mir leicht gemacht, mich einzuarbeiten. Ich glaube, dass wir uns sehr gut ergänzen werden. Auch von der Stiftung wurde ich mit offenen Armen aufgenommen. Was mich überrascht hat, war, wie viel hier das ganze Jahr hindurch an Kulturarbeit geleistet wird.

KP: Auf welche positiven Eigenschaften Farina Kloses dürfen sich umgekehrt Frank Düwel, die Stiftung Herzogtum Lauenburg und all jene, die beim KulturSommer dabei sind, einstellen?

Klose: Ich liebe es, zu organisieren und ich lerne gerne Menschen kennen. Ich finde es schön, mit anderen Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. Bei meiner Arbeit zeigt sich die besondere Kraft, die von der Kulturarbeit ausgeht – nämlich Menschen miteinander zu verbinden.

KP: Gibt es denn schon eine Neuerung, auf die sich das Publikum freuen darf?

Klose: Auf jeden Fall. Es wird ein neues Film-Format geben.

KP: Frau Klose, ich danke Ihnen für das Gespräch.