Der Fotograf Carl Dammann

Stationen einer fotografischen Karriere zeichnet am Dienstag, 19. November, Dr. Thomas Theye (Bremen) im Möllner Stadthauptmannshof nach. Im Zentrum seines Vortrags steht das Leben des Carl Victor Dammann (1819-1874), der in Hamburg ein eigenes Atelier hatte. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Nach Erfindung der Fotografie 1839 gelangten Bildzeugnisse überseeischer Menschen in großer Zahl nach Europa. Solche exotischen Genreszenen bot auch der Fotograf Carl Dammann in seinem Hamburger Atelier an – ein einträgliches Geschäft zu einer Zeit, in der Abstammung und Vielfalt des Menschengeschlechts starkes öffentliches Interesse fanden.

Der Vortrag zeichnet Dammanns verschlungenen Lebensweg nach – eine Karriere, wie sie erst die Fotografie ermöglichte: Zimmererlehre und großherzogliches Stipendium zum Studium der Baukunst, Heirat einer Tochter des Schleusenmeisters Burmester von der Dückerschleuse in Witzeeze, dann Arbeit an der 1846 eröffneten Bahnlinie Hamburg-Berlin.

Aufnahmen der Matrosen eines Kriegsschiffs aus Sansibar machten ihn bis in den Kreis der Berliner Anthropologischen Gesellschaft um Rudolf Virchow bekannt. Mit der Publikation eines Mappenwerkes aus der Fotosammlung der Gesellschaft errang Dammann besonderen Ruhm als Pionier der Fotografie in der Völkerkunde. 

Dr. Thomas Theye war Sonderpädagoge in Bremen tätig und an Ausstellungen und Publikationen zur Geschichte der anthropologischen und ethnographischen Fotografie des 19. Jahrhunderts beteiligt.

Der Fotograf Carl Dammann, 19. November, Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, Mölln, 19.30 Uhr, freier Eintritt