„Wer, wenn nicht wir?“

Möllner Schüler der 1. bis 10. Klassenstufe haben sich in den vergangenen Wochen inhaltlich und künstlerisch mit Gewalt in der Gesellschaft und ihren rassistischen Ausformungen auseinandergesetzt und dabei eine Reihe beeindruckender Werke erschaffen, die vom 19. bis 28. November im Atrium der Gemeinschaftsschule Mölln zu sehen sind. Die Schau ist Teil des bundesweiten Ausstellungsprojektes „Wer, wenn nicht wir“, das auf die Ludwigshafener Grafikerin Silvia Izi zurückgeht. Der Anstoß für die Möllner Schüler, sich zu beteiligen, kam vom Verein Miteinander leben.

Seit 1992 motiviert Silivia Izi mit ihrer Aktion Kinder und Jugendliche, ihre Ängste und Hoffnungen, Wünsche oder Visionen zu Gewalt und Rassismus künstlerisch auszudrücken. Mehr als 300 Schulen, Jugendeinrichtungen und Kitas haben sich seither inspirieren lassen und mit ihren Exponaten zu einer immer aktuellen Wanderausstellung beigetragen, die zu einer mobilen Demonstration für mehr Toleranz und ein friedliches Miteinander geworden ist. Diese Wanderausstellung wollen die Initiatoren nun 27 Jahre nach den Möllner Brandanschlägen von 1992 im landesweiten „Jahr der Politischen Bildung“ aller Schulen Schleswig-Holsteins nach Mölln holen und mit Möllner Schüler-Bildern vergrößern.

„Wir waren im Verein Miteinander leben vom Umfang dieses Projektes und der Beständigkeit seiner Idee fasziniert und fanden, dass Mölln mit seinen Schulen und seiner Geschichte unbedingt Teil dieses Projektes sein sollte“, so Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins. Unterstützung bekam er Jörg-Rüdiger Geschke (Fachberater für Kulturelle Bildung). Zuspruch gab es zudem in der Till-Eulenspiegel-Schule, der Grundschule Tanneck, der Steinfeldschule, der Gemeinschaftsschule Mölln sowie dem Marion-Dönhoff-Gymnasium. Rund 100 Exponate wurden als Möllner Beiträge für das Ausstellungsprojekt „Wer, wenn nicht wir?“ eingereicht. 50 von ihnen wurden jetzt von einer Jury, bestehend aus der Künstlerin Eva Ammermann, dem Künstler Ebrahim Sharghi, Antje Buchholz vom Verein Miteinander leben, der Lehrerin Susanne Malerius als Vertreterin der Möllner Schulen sowie Mölln Bürgervorsteher Jan Frederik Schlie und Jörg-Rüdiger Geschke für eine Ausstellung ausgewählt.

„Die Jury war von der Resonanz seitens der Möllner Schulen sowie der Fülle und der Qualität der eingereichten Exponate schlichtweg begeistert“, betont Juror Jörg-Rüdiger Geschke. Davon überzeugen können sich die Besucher der Ausstellung in der der Gemeinschaftsschule. Weitere Exponate werden zudem als Reproduktionen im öffentlichen Raum präsentiert – auf Großplakaten in der Möllner Hauptstraße wie auch in den Schaufenstern zahlreicher Geschäfte, deren Inhaber sich spontan bereit erklärten, diese künstlerische Initiative zu unterstützen.

Die Hauptausstellung im Atrium der Gemeinschaftsschule Mölln wird am 18. November um 18 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung eröffnet.

„Wer, wenn nicht wir“, Ausstellungseröffnung, 19.-28. November, Gemeinschaftsschule Mölln, Auf dem Schulberg 3, Mölln, montags bis freitags 9.30 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags 11 bis 17 Uhr