„Gegenüber“

Hintergrund: Marc Rath

Unter dem Titel „Gegenüber. Die Hohnstorfer Eiswette und die Sicht auf Lauenburg“ widmet sich derzeit eine Foto-Ausstellung im Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg der Hohnstorfer Eiswette. Die Bilder dort sind noch bis zum 12. Januar zu sehen.

Die Hohnstorfer Eiswette entstand 1993 nach einer Idee des damaligen Bürgermeisters Jens Kaidas. Die Suche nach dem Eis – also die Antwort auf die Wettfrage ob „de Elv geit oder steit“ vollführten mit inszeniertem und phantasievollem Aufwand Rolf Lohmann und Erich Panz. Heute übernehmen diese Aufgabe deren Söhne Thomas Lohman und Eckhard Panz. Sie befahren die Elbe, suchen nach Eis, zeigen und erzählen Geschichten – auch geben sie Hinweise. Vielleicht entwickelt sich hier so etwas wie eine Erbfolge – eine Tradition.

Die Hohnstorfer Eiswette kann als ein Neujahrsempfang der kleinen – aus Lauenburger Sicht gegenüber auf der anderen Elbseite gelegenen –  Gemeinde Hohnstorf gesehen werden.

Elbe und Landesgrenze trennen Hohnstorf und Lauenburg. Die Elbbrücke verbindet. Der Fährmann war einmal. Vom Strom aus oder mit festem Grund – also Hohnstorf – gibt es die wirkliche Sicht auf die wunderschöne Altstadt Lauenburgs – Lauenburg/Elbe.

Für Schiffe und Schiffer ist die Elbe keine Grenze, die wirklich trennt. Zur Hohnstorfer Eiswette kommen die Lauenburger Nachbarn mit dem Boot oder über die Brücke. Die Lauenburger wissen, dass zum guten Leben feste Traditionen gehören und dass dies auch in der Kleiderordnung für festliche Anlässe zu zeigen ist. Nachbarn beobachten einander und übernehmen, was sie für nützlich und überzeugend erachten. Das ist hier wohl der Zylinder.

Am Hohnstorfer Ufer mischen sich zum „Neujahrsempfang“ – also der Hohnstorfer Eiswette – die Lauenburger unter die Hohnstorfer und deren Gäste und bilden so eine Gemeinschaft, angeführt vom Hohnstorfer Bürgermeister. Sein Kollege aus Lauenburg bleibt im Hintergrund oder in der Masse der Gäste. Eis auf der Elbe gab es 1996, ein fußläufiger Weg von Lauenburg nach Hohnstorf war gefahrlos möglich – aber erst im Februar. Eis auf der Elbe gab es auch im Februar 2012 und 2018. Seitdem macht die Elbe eher mit Hochwasser auf sich aufmerksam, typischerweise jedoch nicht zur Hohnstorfer Eiswette Anfang Januar.

Ansätze von Eis fanden sich jedoch auch schon im Januar der vergangenen Jahre. Ein Foto zeigt Eisstrukturen, die eine Brücke andeuten könnten.

Die Fotos zur Hohnstorfer Eiswette entstanden 2015 bis 2019.

Die Hohnstorfer Eiswette findet 2020 am 5. Januar statt. Wetten werden von der Gemeinde Hohnstorf bis Mitte Dezember durch Einzahlung der Wettgebühr angenommen. Diese Ausstellung soll eine Einladung oder Erinnerung sein.

Die als registrierte Marke geschützte große Bremer Eiswette grüßen wir mit unserer Ausstellung: „Gegenüber. Die Hohnstorfer Eiswette und die Sicht auf Lauenburg“.

„Gegenüber. Die Hohnstorfer Eiswette und die Sicht auf Lauenburg“, Ausstellung, bis 12. Januar, Elbschifffahrtsmuseum, Elbstraße 59, Lauenburg, täglich 10 bis 16 Uhr geöffnet. An Weihnachten (24. bis 26. Dezember) sowie Silvester und Neujahr bleibt die Ausstellung geschlossen.