Der Lyriker als Zeichner

Die Kulturremise der Stiftung Herzogtum Lauenburg ist und bleibt auch ein Ort, an dem Ausstellungen zu sehen sind oder Konzerte und Lesungen stattfinden. Derzeit präsentiert sich in den Räumen Klaus Rainer Goll als Zeichner und Sammler. Der Lyriker – 1985 mit dem Kulturpreis der Stiftung Herzogtum Lauenburg ausgezeichnet – stellt der Öffentlichkeit die Porträts von 30 prominenten Künstlerpersönlichkeiten vor, darunter Schriftsteller wie Thomas Mann, Günter Grass und Gerhard Hauptmann sowie Pop-Ikonen wie Madonna und Lady Gaga. Hinzu kommen Skizzenbücher und Steine.

Steine? Richtig! Steine. Goll ist ein leidenschaftlicher Sammler von Steinen. In den Exemplaren, die er in der Remise zeigt, hat er jeweils das Antlitz eines Tieres oder gar eines Menschen entdeckt. Der Künstler sei ein auch Entdecker, der sehe, was andere nicht sehen würden, so Goll. Folgt man dieser Auffassung, könnte man von einer Kunst des Augenblicks sprechen.

Für die Porträts braucht es dagegen immer einen Anlauf. Was bewegt den Autor Goll dazu, plötzlich zum Zeichenstift zu greifen? Goll ist ein höflicher Mensch, weshalb er bei der Frage nicht abwinkt. Aber der Widerspruch ist eindeutig: Er zeichne bereits seit 2006 Porträts, sagt er. Und er macht deutlich, dass die Porträts nicht vom Lyriker zu trennen sind. Er sei ein lyrischer Mensch, sagt er. Von Emotionen geprägt, das komme auch in den Bildern zum Ausdruck. Wenn er jemanden zeichne, würde er sich diesen Menschen vergegenwärtigen, wodurch er ihm ganz nahekomme.  

Die Ausstellung von Klaus Rainer Goll ist noch bis zum 28. Februar in der Kulturremise im Möllner Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, zu sehen. Die Werke sind  montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr zugänglich.