Nördlich der A24

Auf flinken Füßen

Herr Müller ist pünktlich. Und er hat einiges vor. Schnell das Fahrrad abgeschlossen und schon ist er in seinem Element. Oder besser formuliert: Schon ist er am Dom. Der 63-Jährige kennt das Bauwerk wie kein Zweiter. Er weiß um die Fakten – um die großen und auch um die kleinen Dinge. Er hat sogar ein Buch geschrieben über den Ratzeburger Dom. Rund 500 Fotos hat er dafür gesammelt. Ach ja – und das Buch hat er dann fast noch im Alleingang finanziert. Rund 33.000 Euro musste er dafür aufbringen. Lediglich einen kleinen Zuschuss gab es – der kam vom „Verein der Freunde des Ratzeburger Doms“. Doch zurück zu Herrn Müller. „Heinrich der Löwe hat für sein Seelenheil vier große Kirchbauten …

Südlich der A24

„Das Leben ist zu kurz für lange Gesichter“

„Das Leben ist zu kurz, um lange Gesichter zu ziehen“, findet Jörg Knör. Der Entertainer hat gut reden. Wer hat seine Gesichtszüge schon so unter Kontrolle, dass er problemlos Peter Alexander, Charles Aznavour oder Hildegard Knef imitieren kann? Immerhin: Knör lässt die Menschen an seinem Können teilhaben. Am Sonntag, 5. November, macht er deshalb im kleinen Theater Schillerstraße (kTS/Geesthacht) Station. Knör präsentiert dort ab 20 Uhr sein aktuelles Programm „Filou!“. Auf der Bühne erkennt man im Halbdunkel ein Stück Paris: das Künstlerviertel Montmartre, in dem Knör als kleiner Junge zeichnen gelernt hat. In dieser Kulisse zeichnet er jetzt wieder – nur dieses Mal seine Lebensgeschichten. „Ich hab ein Rendezvous mit Ihnen“, startet er seinen Auftritt und – schwupps – gehen …

Blitzlichtgewitter

Bildergalerie "70 Jahre Theater Schwarzenbek" / Fotos: Archiv Theater Schwarzenbek

Auf einen Schnack

Jümmers wat Nie’et

„Kevin, düsse ganze niemoodsche Kraam geiht mi gewaltig op den Senkel. Hauptsaak wat Nie’et, praktische Bruken: egal. Op Tante Meyer kannst‘ vör luder Schnickschnak den Waterhahn nich mehr finnen un wenn du em funnen hest, weetst du nich, wat du em dreihen, drücken oder op- un daaljumpen musst, datt dor Water rutkümmt. Un wenn du denn maal Bescheed seggst, datt du di de Hannen bald in de Kloschötel wuschen harrst, wieldat du dat Water nich ankregen hest, kiekt se di beduern an un seggt: ‚Dat is Design. Dor versteihst du nix vun‘. Jüst so mit dat nie’e Komfortticket bi de Bahn. Dat stüert se di op dien Handy. Hest‘ keen Smartphone, kriegst ok keen Komfort. Fardig. Plastikstöhl vun’n Bumarkt. Datsülvige. …

Vorfahrt für die Jugend

Gianlucas Gespür für die richtigen Bilder

So ganz genau erinnert sich Gianluca Ravior nicht. Obwohl er so jung ist, dass das Ganze nicht allzu lange her sein kann. Klar ist, dass er von seinen Eltern vor ein paar Jahren einen Fotoapparat geschenkt bekommen hat – und dass es Weihnachten war. Wie alt er da gewesen ist? „Ich glaube, ich war zehn“, sagt er. Im Grunde spielt das aber auch keine Rolle. Viel wichtiger ist, was er mit dem Fotoapparat anstellte. Statt nun, wie von den Eltern erwartet, Schnappschüsse vom Fest zu machen, ging der Junge gleich einen Schritt weiter. Gianluca hatte herausgefunden, dass der Fotoapparat eine Filmfunktion hatte. Also filmte er. „Der Speicher war noch am selben Abend voll“, erinnert er sich. Der Fotoapparat löste die …

Ausstellungen

Ein Expressionist im Haus Mecklenburg

Die Noffkes sind da. Sie haben es geschafft. Endlich. Lange genug hat es gedauert, bis das Haus Mecklenburg auf der Ratzeburger Stadtinsel ihre neue Heimat werden konnte. „Um das Gebäude erwerben und einziehen zu können, mussten wir ein Nutzungskonzept vorlegen und uns gegen drei Bewerber durchsetzen“, sagt Claudia Noffke. Der Kauf wurde schließlich über das Finanzministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgewickelt, nachdem das Liegenschaftsamt Rostock das Haus jahrelang verwaltet hatte. Seit September 2016 ist das Gebäude nun Wohnort für sie, ihren Mann August Martin und die fünf Kinder. Und es ist der Standort einer von den Noffkes gegründeten Galerie für zeitgenössische Kunst. Wer August Martin Noffke kennt, den wird es nicht überraschen, dass sich das Ehepaar dieser Form der Nutzung verschrieben …

Aus der Stiftung

Kulturgespräch stellt Weichen

Wie geht es weiter mit der Kulturarbeit unter dem Dach der Stiftung Herzogtum Lauenburg? Dieser Frage widmeten sich kürzlich rund 50 Männer und Frauen – Kulturträger, Kulturschaffende und Kulturfreunde aus dem gesamten Kreisgebiet – im Herrenhaus des Stadthauptmannshofes. Die Stiftung selbst hatte zu diesem Kulturgespräch gebeten. Anlass war der Rücktritt zweier Beiräte im Sommer. Bislang sei die kulturelle Arbeit vor allem von den Stiftungsbeiräten übernommen worden, stellte Jörg-Rüdiger Geschke bei der Begrüßung fest. „An diesen Strukturen können wir, müssen wir aber nicht festhalten“, so Geschke weiter. Wichtig sei nur, dass das Ziel – die Vertiefung und Verbreitung des Verständnisses für Heimat und Kultur – erreicht werde. „Museen und Archive“, gab Geschke zu bedenken, „wollen beispielsweise gar keinen Beirat.“ Nach der …

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