Lese-Snack

Anregender Lesestoff von heute: Hier blättern wir ihn auf. Heimische Autoren und Schriftsteller, die in der Region zu Gast sind, gewähren uns Kostproben ihrer Kunst. Auch hier gilt das Recht des Urhebers - eine Nutzung der Texte für andere Zwecke als Privatvergnügen ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasser erlaubt.

8. Juni 2017

„Seite für Seite“

Kreativer Schub: Im Rahmen einer Lesung in Ratzeburg entwickelte der Lyriker Leonhard Ehlen (Bäk) dieses Gedicht über die wunderbare Bücherwelt.   die schönheit der bücher die schönheit der bücher erste zeilen ihr geruch das gefühl in der hand ozeane seite für seite frischluft darin du eintauchen kannst sie befahren mit blähenden nüstern und untergehen mit der titanic während du weiterliest vorliest dich verwunderst über die schieflage der du zuletzt nichts entgegegzusetzen hast du mußt schwimmen mit dem buch in der hand um dessentwillen ein leser deinen arm ergreift dich rettet aus dem meer der bücher kurz vor dem untergang Von […]
16. Mai 2017

Naturschönheit

Die frühlingsfrische Landschaft im Wonnemonat Mai mit Rapsblüten-Schönheiten im Heimatkreis, inspirierte Lyriker Leonhard Ehlen von der Bäk bei Ratzeburg zu diesem Gedicht. beflügelter himmel am horizont ein rudel mühlen windräder weiden im blühenden raps schmalbrüstig kreisen gemächlich die flügel reisenden engeln dreifaltiges schwert schlagende argumente um den maibaum getanzt – die wiederkunft seines und ewig des gleichen man dreht sich nicht zweimal im gleichen wind nicht zweimal ist einer derselbe ein heißluftballon scheint seßhaft im licht ein tag für zagende wunder des herzens schwalben flattern und jagen soviel beflügelter himmel. Leonhard Ehlen
11. April 2017

Lyrisch betrachtet: Die Gelbe Pracht

Jetzt blühen sie wieder, die fein-floralen Vorboten des Osterfestes. Der Poet von der Bäk, Leonhard Ehlen, hat sich dazu so seine Gedanken gemacht….   osterglocken die osterglocken open air drall aufrecht, eigen, unerschüttert die ersten knospen, gelb gefüttert entlassen schon der blüten heer all passion mag sich erlösen ruht auge schwelgend im geläute manch frommer, seiner riten beute schaut gütig, knurren im gekröse will jubeln erst ob turms getöse wenn flor und bronzen einig klingen all glocken schwung, viel chöre singen und blaues band die herzen löste.
5. April 2017

Welttag der Poesie

NDR-Kultur hatte zur Einsendung von Lyrik am „Welttag der Poesie“ aufgefordert. Leonhard Ehlen beteiligte sich und zwei seiner schönen Gedichte wurden berücksichtigt. Bäk – Lyrik berührt die Seele, macht ebenso heiter wie nachdenklich und ist für alle Schöngeister (und die, die es noch werden könnten) eine kreative Quelle. Das Kulturportal veröffentlicht seit einigen Monaten die feine Lyrik von Leonhard Ehlen, der auf der Bäk bei Ratzeburg wohnt und wunderbare Gedicht verfasst. Nun nahm er teil am NDR-Aufruf, anläßlich des „Welttages der Poesie“. Zwei  Texte – „mölln find ich till“ und „lübscher tag heute“ – hatte er eingesandt. Das erstere ist […]
21. März 2017

Text-Foto-Symbiose

Ob nun das Foto von Antje Berodt, die Lyrik von Leo Ehlen umrahmt oder umgekehrt – für Sie, liebe Leser, ist diese frühlingsfrische Symbiose sicher reizvoll!   im regen im regen stehn die osterglocken schwer die meisten zeigen erst ein grünes blatt ein wenig gelb erstrahlt, der sonne statt der himmel dräut verhangen, grau und leer der regen klimpert schräg auf alle scheiben vom wind getrieben, gehn die büsche her und hin, der felsenbirne heller triebbeginn schwenkt freudig aus, vor dunklen eiben. Von Leo Ehlen
21. März 2017

Zeichen am Wasser

In der Kürze liegt die Würze bei den Gedichten des Landschafters und Poeten Rainer Erhard Teubert aus Grinau. Hier zwei weitere Beispiele aus seinen „Neuen Elegien und Skizzen“ . Grinau (ea) – Rainer Erhard Teubert hat über Jahrzehnte in Malerei, Zeichnung und Holzschnitt der Landschaft nachgespürt. Auch in seinen Gedichten nimmt der Künstler die große und kleine Welt auf, die ihn zu Hause in Grinau oder auf Reisen umgibt. „Seebrücke“ und „Zeesenboot“  sind als Teil von Teuberts „Neuen Elegien und Skizzen“ in „Der Wagen 2016 – Lübecker Beiträge zur Kultur und Gesellschaft“ erschienen, die Manfred Eickhölter im Auftrag der Gesellschaft […]
7. März 2017

Der Lenz ist da!

Die ersten Frühlingsboten sind unübersehbar. Auch Leo Ehlen, der Lyriker von der Bäk, machte sich so seine Gedanken. Lesen Sie hier mehr…   dem hasel blüht dem hasel blüht früh schon die allergie arme würstchen rotz und wasser so nebenbei geheult über die tonart des daseins ströme vertriebener auf allen kanälen gelb blüht die nuß gelb prangten die sterne ansteckung geht um der krieg läuft nicht rund die geschäfte die pollen die erle auf abruf noch steht sie bedeckt probates dagegen bis an die zähne versichert geleckt.
25. Februar 2017

Neue Elegien und Skizzen

Der Landschafter und Poet Rainer Erhard Teubert aus Grinau hat „Neue Elegien und Skizzen“ veröffentlicht. Einige schöne Beispiele stellen wir Ihnen in loser Folge in unseren Lesesnacks vor. Grinau (ea) – Teuberts Skizzen und Gedichte sind in „Der Wagen 2016 – Lübecker Beiträge zur Kultur und Gesellschaft“ erschienen, die Manfred Eickhölter im Auftrag der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit herausgegeben hat. Der Künstler hat über Jahrzehnte in seiner Malerei, Zeichnungen und Holzschnitten, in deren Zentrum die Landschaft steht, seine eigene unverkennbare Handschrift entwickelt. Er bildet sein Sujet nicht ab, sondern extrahiert die Gestalt des Gesehenen und Erkannten und übersetzt sie […]
20. Februar 2017

„mölln find ich till“

Die „närrische Zeit“ beginnt. Der Poet von der Bäk hat sich so seine Gedanken gemacht. Viel Fasching oder Karneval wird ja nicht im Kreisgebiet gefeiert, aber den Schalk gibt es trotzdem. Von Leo Ehlen hier trägt der narr die halsschabracke, dreigespitzt mit glöck-chen-bim, stets geneigt zu schabernacken: wortgetreu! – mölln find ich till. jecken kenn ich, stamm aus aachen, narr sein schafft dort symmetrie; so mags hier wohl auch der fall sein: jährig herrscht die schelmerie. nenn sie nur: narren, schelme, jecken: der narr verdankt dem ernste, viel, so alle freiheit: ihrer hecke – humor, durchwirkt, des lebens spiel.
30. Januar 2017

„Dichten ist ein hartes Geschäft“

Bäk – Von einem der großen deutschsprachigen  Lyriker, Gottfried Benn, stammt das Zitat „Dichten ist ein hartes Geschäft“. Platz für Lyrik bietet das Kulturportal deshalb gern. Die Schönheit der Sprache, aber auch den Wortwitz und die oft versteckt-amüsanten Stolpersteine, spürt der Poet von der Bäk, Leonhard  Ehlen, gern auf. Aktuell sandte er der Kulturportal-Redaktion diese Zeilen. das line-up steht band event, das line steht up ähnlich stands im möllner markt um reimes willen gilt mein danke einem up,das seitwärts flankte. sprache: raub, eroberung eigener und fremder welten jugend entert, reißt im schwung altes weigern aus den hältern. sprache: schon von […]
2. Januar 2017

Auch aus einem "Unwort" kann Lyrik entstehen…

Der Poet von der Bäk, Leo Ehlen, schrieb für das Kulturportal über das Wort des Jahres: postfaktisch. Das Gedicht wurde angeregt durch ein Gespräch im Freundeskreis über den Wirklichkeitsbezug von Sprache und deren Gegenstand, noch bevor postfaktisch zum Wort des Jahres 2016 erklärt wurde. narrativ post truth                                             für Monika R. der narr eröffnet narr-ativ,klug, ernst-bezogene geschichte.des narren narren: primitiv,verbreiten blasen, hohl gerüchte. der narr wohnt schon im narrativweisheitlich, ernst-verbunden;erzählend dient er, von berufs,dem wahren, sei es auch erfunden. des narren narren wollen glänzen,postfaktisch* äffen sie in worten:und laden eitle zum sich eiteln, in talkshows, ihre, phrasen horten.
20. Dezember 2016

Das etwas andere Weihnachtsgedicht….

Was Schwäne mit dem 24. Dezember zu tun haben? Nun, der Lyriker von der Bäk, Leo Ehlen, gibt in seinem Gedicht Auskunft. Lesen Sich doch selbst, wie reichhaltig Naturlyrik ist… paarweis die schwäne heiligabendabwärts der redder wirauf dem heimweg vom seeweißes blinkt auf fernrechts hinterm knickdicht überm flachgrün der felderernte befeuerter phantasieschwanengelweißim abendlichtleuchtengaukelt das winternde paarrückwärts gelagert die sichel des mondestrautes mit neigenden hälsen ein x für ‘nen schwan vorgemachtlachen am fuß der moränestill liegt das gleis unbeschranktweißrot auf blech das warnende xschwanengelweiß aus der mittekrippengiebel zur notherberge dem windelnden kindoffen im abseits von markt und geschreiruhen auf feldern seen […]
9. Dezember 2016

Advent Gedicht

Der Poet von der Bäk bei Ratzeburg schrieb für unsere Rubrik "Lese Snack" neues Gedicht. Von Leonhard Ehlen advent umeist liegt draußen zweigbereiftzage schönheit nebelweißmorgenfrühe schweigeklause. drinnen am gedeckten tischfrühstück und kalenderlichankunft: kerzen vers geschichten. 
28. November 2016

Naturlyrik zur Adventszeit

Der Lyriker Leonhard Ehlen von der Bäk bei Ratzeburg, stellte dem Kulturportal dieses Gedicht zur Verfügung. amarylle im roten topfdie amaryllerot quellen blüten quer hervoraus hohem endvom grünen stängelgelb fächerstreifund vulven leer die zwiebelmächtig – eine warftin knappe erdeprall gefaßtentläßt zwei blattlos glatte stängelder junge oben knospenhaftder andere höherrot beklafft tityrus preist:schön‘ amaryllisvergil: verleiht ihm dichterwort bukolisch lagerndschwelgen sinnesidyll – auf weißemfensterbord. Leo Ehlen    November 2016
28. Dezember 2015

Lyrik zum Jahreswechsel

Gedichte von einem berühmten Poeten mit Witz und Sprachgewalt haben wir für Sie ausgesucht. Texte zum Nachdenken und Nachspüren……….. Von Erich Kästner       Der Dezember     Das Jahr ward alt. Hat dünne Haar. Ist gar nicht sehr gesund. Kennt seinen letzten Tag, das Jahr. Kennt gar die letzte Stund. Ist viel geschehn. Ward viel versäumt. Ruht beides unterm Schnee. Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt. Und Wehmut tut halt weh. Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin. Nichts bleibt. Und nichts vergeht. Ist alles Wahn. Hat alles Sinn. Nützt nichts, daß man’s versteht. Und wieder stapft der Nikolaus durch […]
16. November 2015

Norddeutsche Lyrik

Der Schriftsteller Tobias Sommer hat für das Kulturportal einen Text zur Verfügung gestellt. Lesen Sie hier, wie schön Lyrik aus Norddeutschland ist. (gh) Tobias Sommer wurde 1978 in Schleswig-Holstein geboren und lebt mit seiner Familie in Bad Segeberg. Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Anthologien und Literaturzeitschriften. Seine Lyrik und Prosa wurde mit diversen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Veröffentlichungen (Auswahl): “Dritte Haut”, Roman, Septime Wien 2011, „Edens Garten“, Roman, Septime Wien 2012.„Jagen 135“ , Roman, Septime Wien 2015, Auszeichnungen/Stipendien (Auswahl):Nominierung für den Ingeborg-Bachmann-Preis 2014 , Arbeitsstipendium des Landes Schleswig-Holstein 2014/2015, Literaturförderpreis der Hansestadt Hamburg 2013, Nominierung für den Christine-Lavant- Preis […]
7. Oktober 2015

Lyrik von einem jungen Autor

Der Nürnberger Matthias Kröner (Jahrg.1977) lebt und arbeitet seit 2007 in Ratzeburg. Er ist Autor, Journalist, Redakteur und Kolumnist. Prosa- und Lyrik-Texte von ihm sind in bekannten Verlagen erschienen. Für das Kulturportal stellte er dieses Gedicht zur Verfügung. Von Matthias Kröner Briefkasten Es ist nicht wichtig,ob du die Gebirgszüge am Horizont erkennst.Du hast dich und den langen Weg.Ich mochte immer die Kälte,das Gipfelbuch, das an einer Eisenkette befestigt war.Die Vegetation kannte Demut.Dohlen hüpften um unsere Füße.Manchmal krächzten sie von der vielen Zeit,die sie in dieser Höhe zubrachten.Sie vergewisserten sich ihrer selbst,während der Nebel den Hall verschluckte. Es ist nicht wichtig,ob […]
23. September 2015

Vollkasko

Eine Kurzgeschichte von Schriftsteller Jürgen Ehlers aus Witzeeze finden Sie hier in unserem literarischen "Lese-Snack". Viel Spaß beim Schmökern…… Peter legt den Hörer auf. Er sagt: „Ja, natürlich ist es richtig, dass die Versicherung zahlt, wenn der Schaden am Auto durch Haarwild verursacht wird.“„Na also“, sage ich. Ich habe nie daran gezweifelt. Siegfried legt die Gabel zur Seite, sagt irgendetwas. „Bitte?“, fragt Peter. Ich sage: „Man spricht nicht mit vollem Mund, Siegfried!“ Er wirft mit einem Knochen nach mir. „Bei Hühnern zahlen sie nicht, habe ich gesagt.“Schade eigentlich. Aber das Huhn, das Siegfried auf dem Teller hat, das können wir […]
26. August 2015

Reisefieber mal anders…

Lesen Sie hier eine Kurzgeschichte einer jungen Autorin, die bei diversen Lesungen in der Region für Furore sorgte: Irina Tegen (1974 in Hamburg geboren) lebte sieben Jahre in Johannesburg, Südafrika. Sie studierte dort Architektur. Seit 2002 ist sie wieder in der Heimat und arbeitet in einem Ingenieurbüro in Hamburg. Neben Familie und Job malt sie, zeichnet Comics und schreibt Kurzgeschichten. Zitat: Es sind Texte, die den normalen Wahnsinn und seine alltäglichen Verwicklungen mal mörderisch, mal skurril oder satirisch beschreiben." Der Text stammt aus dem Buch "Hamburg hart & zart" der Hamburger Autorengruppe Blut & Feder, erschienen 2011 im Kadera Verlag, […]
5. August 2015

Lindgrens Negerkönig

Lesen Sie hier einen Essay von Christoph Ernst, vorgetragen 2013 in der Stiftung Herzogtum Lauenburg in Mölln anlässlich des Aktionstages für Toleranz. Chr. Ernst lebt in Klein Zecher und Hamburg. Als Historiker, Übersetzer, Krimiautor und Dozent beschäftigt er sich mit Sprache in vielfältiger Form. Seit über fünf Jahren ist er der Sprecher des Literaturbeirats der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Lindgrens Negerkönig   Die deutsche Hygiene treibt bizarre Blüten. „Hier herrscht Sauberkeit“ lautete der Spruch im Duschraum des KZ-Sachsenhausen, wo die SS Tausende sowjetische Gefangene mit einer getarnten Genickschussanlage ermordete. Inzwischen säubern wir Kinderbücher – von angeblich anstößigen, weil vermeintlich rassistischen Begriffen. […]
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