Glanz und Gloria mit Daniel Hope

Famoser Ausklang auf Wotersen der Spielsaison 2015 des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Hausherrin Barbara Gaedecke war restlos begeistert. 900 Besucher erlebten ein Konzert der Sonderklasse.

Wotersen – In der ausverkauften Reithalle zelebrierten der renommierte Stargeiger Daniel Hope und das Lübsche Trio mit Jonathan Schwarz (Violine, Viola), Lukas Schwarz (Violoncello) und Jakob Linowitzki (Klavier) ein wahres Fest der Kammermusik. Die rund 900 restlos begeisterten Zuhörer erlebten einen Höhenflug und Zauber der feinst servierten Klänge. In die SHMF-Reihe „Meisterschüler – Meister“ eingebettet, präsentierte der charmante Brite Daniel Hope als Meister die Nachwuchstalente. Die drei smarten Absolventen des Johanneums zu Lübeck, ambitioniert und höchst talentiert, gestalteten den ersten Teil des Abends mit Klaviertrio G-Dur (KV 564) von Mozart und sechs zauberhaften Miniaturen aus den „Jahreszeiten“ Op. 37 von Tschaikowsky. Höchste Spielkultur, gepaart mit faszinierender Technik, perfekt aufeinander abgestimmt, zudem von ungeahnter Emotionalität geprägt, bewies das Lübsche Trio, dass es schon jetzt zu den besten Klaviertrios Deutschlands zählt.

Selten wird Mozart so kultiviert, lebendig und dennoch so respektvoll gespielt. Ob der Klang der Violine oder Cellos, Jonathan und Lukas Schwarz erzeugen makellosen Klang. Dem schmiegt sich der Pianist Linowitzki perfekt an – ein Klaviervirtuose mit Format. In dieser Besetzung verzauberte das Trio mit Tschaikowsky. Vom melancholischen Seufzer (Am Kamin)  bis zur feurigen Virtuosität (Karneval) war alles dabei. Die Steigerung erfolgte nach der Pause, als Daniel Hope mit seiner Guarneri-Violine hinzu kam, Jonathan Schwarz Violine gegen Bratsche tauschte. Der Meister und seine Meisterschüler bescherten mit der mitreißenden Interpretation des Klavierquartetts g-Moll, Op. 25, von Johannes Brahms eine der besten Darbietungen in der SHMF-Geschichte überhaupt. Einhelliges Votum zahlreicher Zuhörer: So kann Kammermusik, so muss Kammermusik…
Sichtbar erfreut, selig und gerührt zog die Gastgeberin Barbara Gaedecke von der Verwaltungsgesellschaft Gut Wotersen GmbH die erste Bilanz: „Wieder einmal ist eine traumhafte Spielsaison zu Ende. Von den sechs SHMF-Konzerten sind fünf komplett ausverkauft gewesen, lediglich den verjazzten Händel mit Ragna Schirmer an der Hammond-Orgel erlebten ‚nur‘ knapp 600 Zuhörer.“ Somit zählt Wotersen unverändert zur Spitze der beliebten Spielorte, liegt mit weit über 90 Prozent Frequenz deutlich über der durchschnittlichen
SHMF-Auslastung von etwa 83 Prozent. „Mit sechs Konzerten sowie den jeweils zweitägigen Musikfest auf dem Lande und Kindermusikfest blicken wir nun auf eine sehr erfolgreiche Spielsaison zurück“, sagt Barbara Gaedecke und freut sich schon auf 2016.