Mensch und Natur

150 Besucher bei der Blunck-Umweltpreisverleihung. Rindergilde Geesthacht wurde geehrt – Jugendpreise erstmals verliehen.

Segrahn – Eine wärmende Septembersonne  meinte es gut mit den rund 150 Gästen auf der idyllischen Gutsanlage von Segrahn. Heiter und gutgelaunt war die Stimmung bei der feierlichen Umweltpreisverleihung der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Stiftungspräsident Klaus Schlie verlieh an die Rindergilde Geesthacht, die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung. Neu war der Umweltjugendpreis. Drei Schülerinnen aus Mölln erhielten den ersten Preis für ein außergewöhnliches Projekt.
Der ganze Reichtum und die berauschende Fülle der Natur in unserer Heimatregion leuchtete wie in einem Kaleidoskop schillernd auf. Auf der Gutsanlage der gastgebenden Familie von Bülow präsentierten sich Umweltorganisationen aus dem Kreisgebiet inmitten einer frühherbstlichen Naturkulisse, die sich den natürlichen Charme bewahren konnte. Eine Bühne, die wunderbar zum Thema der  hochambitionierten und engagierten Preisträger passte.
Naturnahe und extensive Weidewirtschaft der Rinderrasse Deutsch-Angus und die intensive Pflege von 40 Hektar Grünland mit Knicks und Teichen, so Laudatorin MdL Marlies Fritzen (Vizepräsidentin des Landtages in Kiel), seien ein außergewöhnliches Werk von hoher Bedeutung. Für die Rindergilde dankte Vorsitzender Uwe Kiesewein. Ausgesprochen sympathisch und op Platt vertellte er aus den Anfängen der Rindergilde, die intensiv mit dem Demeterhof Erdmannshof zusammenarbeitet. Begonnen hatte alles mit 15 Mitgliedern und drei Hektar Land. Heute verfügt die Gilde über ca. 45 Rinder und 40 Hektar Land und 160 Mitglieder. Bald wird es im Raum Mölln und Ratzeburg einen „Ableger“ der Rindergilde geben.
Es war der 22. Blunck-Umweltpreis, denn seit 1985 vergibt die Stiftung in unregelmäßigen Abständen diese in Schleswig-Holstein besondere Auszeichnung an Organisationen und Einzelpersonen. Von Stiftungspräsident Klaus Schlie erhielten die Mitglieder den Preis. Die Auszeichnung, eine 30 Zentimeter hohe Keramik-Eule, stammt aus der Werkstatt des Keramikers Hans Kuretzky aus Borstorf.
Präsident Schlie hob die Bedeutung der neuen Jugendpreise hervor. „Der wichtigste Schritt ist die nachhaltige Veränderung. Um die Weichen für die Zukunft zu stellen, brauchen wir die Jugend.“ In erfrischend unkomplizierter Weise führte auch Thomas Neumann (WWF-Beauftragter und Vorsitzender des Blunck-Beirats der Stiftung) in die Arbeit des Beirats mit seiner Jury ein. Die Förderung von Jugendprojekten in der Region sei ein wichtiger Bestandteil der jahrzehntelangen ausgesprochen erfolgreichen Natur- und Umweltarbeit der Stiftung. Neumann erinnerte an den Kranichschutz als Leuchtturmprojekt.
Eine ebenso informative Laudatio auf die Preisträgerinnen des neuen Jugendpreises (Dotation 1000 Euro) hielt Patrick Rösen (Uhlenkolk Mölln). Er stellte das Projekt der drei Gymnasiastinnen Ivy Stenzel (15), Elsa Meinke (18) und Kathleen Lindner (19) aus Mölln vor:  Sie hatten ein 18 Meter langes Ausstellungs-Modul künstlerisch anspruchsvoll gestaltet – ehrenamtlich und in ihrer Freizeit. Diese Arbeit rundete ein Projekt des Uhlenkolks – „Wasser bewegt“- ab. Die Schülerinnen stellten ihre Arbeit sehr anschaulich in einer Präsentation den Gästen vor und vermittelten so einen guten Einblick in das ungewöhnliche Projekt.
Weitere Preise gab es für: Kindergarten Behlendorf, Grundschule Lütau, GGS Krummesse sowie den NABU Büchen. Die musikalische Umrahmung übernahm Jörg-Rüdiger Geschke, Vorstandsmitglied der Stiftung. Thomas Neumann vom WWF führte die Gäste nach der feierlichen Preisvergabe durch die zauberhafte Landschaft um das Gut Segrahn. Die Stiftung verfügt derzeit über 240 Hektar Land. Diese Naturschutzflächen, besonders im Pirschbachtal, gehören zu artenreichsten Biotopen im Lande. Hier sind Kranich, Seeadler und Fledermaus daheim. Hier ist die Natur (fast) unberührt und hier kann man die engagierte, langjährige Arbeit von vielen Menschen und den Naturschutzorganisatoren sowie der Stiftung Herzogtum Lauenburg am besten beobachten.