Keramik: Von Antik bis Ultramodern

Arbeitskreis für Keramikforschung war Gast der Lauenburgischen Akademie. Professor Dr. Reichstein führte Exkursionen in der Region an.

(gh) Mölln – 100 Wissenschaftler aus sechs Ländern trafen sich in Mölln beim Arbeitskreis für Keramikforschung. Es ist ein Forschungs- und Diskussionsforum für Keramikinteressierte verschiedener Fachgebiete. Die berühmte Backstein-Architektur in der Region war ebenso Ziel vieler Exkursionen wie auch der Besuch von Museen und Werkstätten. Der langjährige Tutor der Stiftung, Professor Dr. Joachim Reichstein, führte seine Kollegen nach Lübeck, Hamburg, Boizenburg und Lüneburg.
Jährlich, immer Ende September, richtet das Internationale Symposium Keramikforschung seine interdisziplinäre Tagung aus. Die Tagungen stehen jeweils unter einem Oberthema. In Mölln war es: „Der Norden in Scherben: Keramik im Nord- und Ostseeraum“. Präsentationen zu weiteren Forschungsthemen und -projekten standen ebenso auf dem Programm wie anschauliche Ergänzung durch Exkursionen zu musealen und privaten Sammlungen, Werkstätten, Firmen, Forschungsinstituten und archäologischen Ausgrabungen.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Hans-Georg Stephan aus Halle und Dr. Sally Schoene aus Düsseldorf vom Hetjens-Museum führte Prof. Dr. Reichstein als Vertreter der gastgebenden Stiftung Herzogtum Lauenburg durch das abwechslungsreiche Programm.
Fast so alt wie die Menscheit ist auch die Geschichte der Keramik. Alles was aus gebrannter Erde entsteht, wird als Keramik bezeichnet, so Prof. Dr. Stephan, der auf den breiten Einsatz des Werkstoffes hinwies. Keramik wird beispielsweise auch in der Rüstungsindustrie verwendet und kommt in der Medizintechnik zum Einsatz. Als Baustoff, als Gebrauchsgegenstand und in vielen anderen Bereichen ist Keramik im Alltag zu finden.
Seit 1968 treffen sich die Keramikforscher jährlich an wechselnden Orten. Seit Oktober 2004 wird der Fachverbund durch einen fünfköpfigen Vorstand geführt, dem aktuell Ralph Mennicken (Töpfereimuseum Raeren/Belgien), Dr. Marion Roehmer (Hage), Dr. Sally Schöne (Hetjens-Museum, Düsseldorf), Patricia Stahl (Historisches Museum Frankfurt) und Prof. Dr. Hans-Georg Stephan (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) angehören.