Kunst x 3

Aquarelle, Bronzen, Skulpturen und Schmuck: Die sehenswerte Ausstellung „Drei Menschen – zwei Wege“ in Mölln bietet Hochkarätiges.

Mölln – Kunst lebt (auch) von Kontrasten. Die können zufällig sein, oder bewusst komponiert werden. In Mölln gelang eine sehenswerte Melange. Erstmals stellen die Zeichnerin Mona Wolfs (Hamburg) und das Künstlerehepaar Annett und Nando Kallweit (Mecklenburg-Vorpommern) gemeinsam im Stadthauptmannshof-Ensemble (bis 25. Oktober) aus. Die Ausstellung ist eine Initiative des Kunstbeirats der Stiftung Herzogtum Lauenburg.
Was zaubert uns ein Schmunzeln ins Gesicht, schenkt uns eine Idee, ein inneres Leuchten? Kaum etwas lässt uns so staunen wie gute Kunst. Erlebbar ist derzeit in Mölln eine kontrastreiche Ausstellung, die dem Betrachter auf vielfältige Art berührt. Dabei ist der Titel schon Programm: „Drei Menschen zwei Wege“ meint den gelungenen Mix von außergewöhnlich Exponaten. Zeichnungen, Bronzen, Plastiken und Schmuck-Design, die die drei Künstler in einer durchkomponierten Ausstellung zeigen, regen die Fantasie an und bezaubern durch Farbigkeit und Witz und großartiger Formensprache.
Erstmals stellt Schmuckdesignerin Annett Kallweit in Mölln aus. Sie sagt zu ihren Arbeiten: “Zwar zeitlos, doch immer zeitgemäß, unterwerfen sich meine schmückenden Werke nicht der Vergänglichkeit eines Saisontrends. Die Formensprache zeichnet sich aus durch das Zusammenspiel von Archaik und moderner, eleganter Linienführung. Eine logisch reduzierte Ästhetik und den Verzicht auf trendiges Zierwerk beschreiben meinen Stil.“
Ehemann Nando Kallweit stellte bereits in Mölln aus. Seine raumgreifenden Skulpturen aus Holz, seine Wandreliefs und Bronzeplastiken beherrschen den lichthellen Ausstellungsraum im Medaillongebäude und bilden einen hervorragenden Kontrast zu den farbigen Aquarellen von Mona Wolfs.  Nando Kallweit dankte der Stiftung und den Beiratsmitgliedern für die Chance, in Mölln ausstellen zu können. Für den Kunstbeirat hieß Stefan Kruse die Künstler und Gäste willkommen.
Mona Wolfs sagte zu ihren Arbeiten bei einem früheren Besuch im Herzogtum: „Ich weiß, dass meine Arbeiten gut sind, weil ich einen hohen Anspruch an mich selbst, an die Technik habe. Aquarellmalen heißt – laufen lassen, schnell und sicher sein und dem Aquarell zuhören. Man kann bei dieser Technik nur wenig korrigieren.“ Die realistischen Aquarelle, fast alle in Großformaten gehalten, beeindrucken mit ihrer feinen Bilddramaturgie, den ungewöhnlichen Motiven, den Farben und der Bildtiefe.
„Bei der mit über 40 Besuchern ausgesprochen gut besuchten Vernissage – unter den Gästen war auch Vizepräsident Wolfgang Engelmann mit Geschäftsführerin Andrea Funk von der Stiftung Herzogtum Lauenburg und Mölln Bürgermeister Jan Wiegels – gab es noch ein literarisches Überraschungs-Angebot: Vor der Serie „Haubenlerchen“, die nackte Männer vor ihren Oldtimern zeigt, las Chr. Ernst (er hatte sich vor seinem alten Volvo als Modell zur Verfügung gestellt) seine ausgesprochen humorvolle Kurzgeschichte „Buckel-Blues“ und amüsierte damit die Vernissage Gäste auf das herzlichste.
Am 20. Oktober wird es um 19 Uhr in den Räumen der Ausstellung ein Kunstgespräch geben. Die drei Künstler werden anwesend sein, um über ihre Arbeiten zu sprechen. Wie der Leiter der Kunstgespräche, Hans Kuretzky, sagte, organisiert der Beirat diese Gespräche in erster Linie, um den Besuchern der Ausstellung Gelegenheit zu geben, in den Austausch mit den Künstlern zu kommen. Bis zum 25. Oktober ist die Ausstellung freitags von 15 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 15 Uhr geöffnet.