Tage der Industriekultur am Wasser

350 Veranstaltungen an 60 Orten in der Metropolregion Hamburg geben am 3. und 4. Oktober Einblick in die Industriekultur am Wasser. Der Kreis Herzogtum Lauenburg trägt das Seine dazu bei – eine wunderbare Gelegenheit auch für Einheimische, zu neuen Zielen aufzubrechen …

Kreis Herzogtum Lauenburg – Am 3. und 4. Oktober stellen die 3. „Tage der Insdustriekultur am Wasser“ der Metrolpolregion Hamburg Denkmale der Industriegeschichte im Verbreitungsgebiet vor. Geschichts- und Technikfans können staunen, Familien sich auch am Begleitprogramm erfreuen. Schon beim Premieren-Wochenende 2013 waren mehr als 15.000 Besucher unterwegs. 124 Denkmale sind diesmal kennenzulernen – viele davon kaum bekannt oder außerhalb dieses speziellen Wochenendes nicht öffentlich zugänglich. Das Projekt der Metropolregion Hamburg wird von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und der Projektpartnerschaft Nord unterstützt. In diesem Jahr findet es im Rahmen des Europäischen Jahres der Industrie- und Technikkultur statt (European Industrial and Technical Heritage Year 2015).
Vereint sind all die Denkmal durch Technik, die Wasser nutzt, Wasser beherrscht und am Wasser liegt. Führungen und Vorführungen, Besichtigungen und „Denkmale in Aktion“ erklären die historische Technik und Arbeitswelt. Das Angebot ist so vielfältig wie die teilnehmenden Industrieanlagen. Neu dabei sind diesmal auch wichtige maritime Highlights außerhalb der Metropolregion: entlang der Elbe-Müritz Wasserstraße, am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg, in Kiel und sogar in Rostock.
Im Herzogtum Lauenburg geht es rund, wie viele schon aus den Vorjahren wissen. Erstmals dabei ist diesmal die Fähre Siebeneichen. Seit 1900 existiert diese Fährverbindung über den Elbe-Trave-(Lübeck) Kanal. Bis 1960 wurde die Fähre mit einem Seilzug handbetriebenen, dann bekam sie einen Dieselantrieb. Seit 115 Jahren gleich geblieben ist, dass nur einmal mit der Glocke geläutet werden muss und schon kommt der Fährmann. Am 3. und 4. Oktober feiert die Fähre zum Saisonende ein Abschlussfest – hoffentlich nicht das letzte …
In Lauenburg bietet der Schaufelraddampfer „Kaiser Wilhelm“Rundfahrten auf der Elbe an. Der Eisbrecher „Wisent“ aus der Eisbrecherflotte Geesthacht liegt an der Schleuse – beide sind zu besichtigen. Wer erfahren möchte, wie Schiffe gebaut werden, nimmt an einer der beliebten Führungen durch die Hitzler-Werft teil oder besucht das Elbschifffahrtsmuseum. Dort steht im Gewölbekeller eine deutschlandweit einmalige Sammlung von Dampfmaschinen und Dieselmotoren unterschiedlichster Bauarten. Die Maschinen werden unter fachkundiger Führung auch angeworfen.
Für Aktive wird am 4. Oktober eine vierstündige Schleusenradtour entlang der Alten Salzstraße angeboten. Auf der Route liegt die Lauenburger Palmschleuse, die älteste Kammerschleuse Europas. Sie liegt an einem bedeutenden Wasserweg des Mittelalters, dem Stecknitzkanal. Von 1398 bis 1896 war der Wasserweg in Betrieb, überwand die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee. Möglich war sein Betrieb nur mit neuartigen Schleusen wie der Palmschleuse oder der Dückerschleuse. Diese Schleuse, die auch angeradelt wird, liegt in Witzeeze bei Büchen. Sie ist die einzige noch erhaltene Stauschleuse des Stecknitzkanals. Neben der Palmschleuse besticht das Wasser- und Dieselmotorenkraftwerk Lauenburg mit seiner Industrieästhetik und gut verständlichen fachkundigen Führungen. Ein weiteres Wasserkraftwerk lädt in Farchau zur Besichtigung ein: Das Wasserkraftwerk Farchau/Schaalseekanal ist das größte Wasserkraftwerk Schleswig-Holsteins. Es liefert bereits seit 1925 Strom in das öffentliche Netz.
In Geesthacht kann man bei einem historischen Spaziergang am 4. Oktober den Spuren Alfred Nobels folgen, der hier die erste Dynamitfabrik außerhalb Schwedens gründete. Treffpunkt ist am Restaurant Krümmler Hof, im Ortsteil Krümmel, Elbuferstr. 72 (im Programm ist ein falscher Ort genannt). Gleich in der Nähe kann das Pumpspeicherkraftwerk bei Führungen besichtigt werden. Das Geesthacht-Museum bietet am 3. Oktober eine Exkursion mit dem Oldtimerbus zur Industriekultur damals und heute an. Alle für die Stadt wichtigen Stationen werden angefahren, zwischendurch gibt es Kaffee und Kuchen. Natürlich hat auch die interaktive Ausstellung zur Orts- und Industriegeschichte im Museum geöffnet. Am 4. Oktober dürfen die Besucher auf einer Barkassenrundfahrt durch den Geesthachter Hafen schippern.
Das ausführliche Programm zu allen 124 Anlagen und Museen der Industriegeschichte in der Metropolregion Hamburg finden Sie auf der Websitewww.tagederindustriekultur-hamburg.de, es liegt bei den teilnehmenden Denkmalen und Museen und in den Tourismus-Informationen aus.