„Der Weg zur Deutschen Einheit“

Die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung sind vorbei. Noch bis zum 6. Dezember 2015 zu sehen ist eine Wanderausstellung bei der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh, die die Jahre 1989 und 1990 nachzeichnet.

Friedrichsruh – Die Ausstellung unter dem Titel „Der Weg zur Deutschen Einheit 1989/90“ wurde von der Berliner Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Auswärtigen Amt zusammengestellt. Im Zentrum der Schau mit Texten und mehr als 150 Fotos und Faksimiles steht der Weg von der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Mit der Eröffnung verband die Bismarck-Stiftung eine Podiumsdiskussion mit den Politikern Dr. Rudolf Seiters (CDU) und Hans-Ulrich Klose (SDP), die über ihre Erfahrungen und Einschätzungen berichteten. Beide gehören dem Kuratorium der Otto-von-Bismarck-Stiftung an.
Die Schau will beschreiben, wie die Friedliche Revolution in der DDR die Frage der deutschen Einheit unverhofft auf die Tagesordnung der deutschen und internationalen Politik setzte. Sie widmet sich dabei in 20 Kapiteln sowohl der innerdeutschen Entwicklung als auch den diplomatischen Verhandlungen, die den Weg zur Wiedervereinigung im Einvernehmen mit den europäischen Nachbarn und den USA ermöglichte. Dank des Projekts „Gedächtnis der Nation“ können Besitzer internetfähiger Mobiltelefone in der Ausstellung mittels QR-Codes auf 18 Videopodcasts zugreifen, in denen Zeitzeugen auf die ereignisreiche Entwicklung im Jahr 1990 zurückblicken.
Autor und Kurator der Ausstellung ist der Zeithistoriker Dr. Ulrich Mählert. Er leitet den Arbeitsbereich Wissenschaft in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Diese Stiftung plant 2015 bundesweit 129 Projekte mit rund zwei Millionen Euro in ihre Förderung aufzunehmen. Einen Schwerpunkt bilden dabei Vorhaben zur Geschichte der Wiedervereinigung Deutschlands vor 25 Jahren.
Bei der Podiumsdiskussion vor der Vernissage gaben Dr. Rudolf Seiters und Hans-Ulrich Klose einen Rückblick auf die Wiedervereinigung und die 25 Jahre danach. Offenbar lagen sie bei der Beurteilung der damaligen Situation gar nicht so weit auseinander, wie Moderator Professor Dr. Joachim Scholtyseck von der Universität Bonn feststellte. Voraussetzung der erfolgreichen Gespräche für eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten seien die „Zwei-plus-Vier-Mächte-Verhandlungen“ gewesen. Beide Politiker waren sich darin einig, dass Deutschland die Wiedervereinigung in erster Linie dem damaligen amerikanischen Präsidenten George Bush und dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow zu verdanken hat. Auch die Entwicklung in den Jahren nach der Vereinigung sahen beide positiv. Einheit außerdem beim Blick auf den derzeitigen Zustrom der vielen Flüchtlinge – Seiters wie Klose teilen die Meinung, dass das in den Jahren 1992/1993 ausgehandelte und im Grundgesetz festgeschriebene Asylrecht nicht verändert werden sollte.