Toller Raum für pointierte Künste

„Aus dem Kunst-Laboratorium“ der Ausstellungsgemeinschaft Lauenburgischer Künstler (ALK) heißt und kommt eine Kunstausstellung in der Geesthachter Kirche St. Salvatoris. Der Augenschmaus mit pointierten, faszinierenden Arbeiten ist bis Mitte Oktober zu sehen.

Geesthacht – Eine geballte Portion Kreativität aus Geesthacht, in Geesthacht: Das haben rund 30 Gäste bereits bei der Vernissage in der St.-Salvatoris-Kirche genießen können. Bis Donnerstag, 15. Oktober, gastieren dort Mitglieder der Ausstellungsgemeinschaft Lauenburgischer Künstler (ALK) mit ihrer mittlerweile 5. Kunstausstellung. Ursula Langhof, Hilke Enders, Holm Lilie, Freia Steinmann, Renate Lefeldt und Gundel Wilhelm zeigen aktuelle Arbeiten, die überwiegend in ihrem Atelier im ehemaligen Laboratorium der Geriatrie-Klinik im Edmundsthal-Siemerswalde entstanden sind. Mit „Aus dem Kunst-Laboratorium“ überschrieben, zeigt das Künstler-Sextett sechs grundverschiedene Stilrichtungen, die – nahezu professionell umgesetzt – einfach begeistern. Die ALK-Ausstellung in St. Salvatoris (Kirchenstieg 1) kann täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.

Über die Kunst sprach zur Eröffnung Pastorin Saskia Offermann: „Kunst ist kein Verformen der Realität, vielmehr ein eigenständiges Wesen. Schlicht gesagt, die individuelle Sicht der Dinge, die uns als Betrachter wirklich zu faszinieren vermögen.“ Einmal im Jahr bietet die Kirchengemeinde Geesthacht das Gotteshaus als einzigartigen Ausstellungsraum an: wenn die Kirchenbänke komplett entfernt werden, damit die Gemeinde zum Erntedankfest eine große Tafel aufbauen und feiern kann.

Als Volltreffer unter den 35 Exponaten, voller Melancholie, Nachdenklichkeit, zugleich jugendlicher, lebensbejahender Energie, gut pointiert und gekonnt verarbeitet, sticht ins Auge die unverkäufliche Bleiverglasung-Komposition von Holm Lilie: Zweimal Menschengestalt im Bleirahmen. Zunächst hoch gestreckt im Bild „Einmal nach den Sternen greifen…“, dann, aus dem Bild herauslaufend mit der Erläuterung „…und den alltäglichen Rahmen verlassen!“ Dem gegenüber stellt Holm Lilie eine Serie von Mondbildern, die als Bleiverglasungen besonders stark wirken. Künstlerische Offenbarung mit Pfiff.

Aussagestark die Acrylbilder von Freia Steinmann, die sich diesmal intensiv mit dem Thema Menschen beschäftigt und individuelle Gruppen-Collagen wie „Paar“, „Zu dritt“ oder „Familie“ geschaffen hat. Mit Licht und Schatten spielt Ursula Langhof, die neben Materialcollagen eine Fotocollage „Eilig, eilig“ zeigt. Mit ihrem Bild „Spitze Feder – gebrochen“ verbeugt sich Hilke Enders vor der Größe von Günter Grass. „Er war kurz vor seinem Tod in einer TV-Talkrunde zu sehen. Da hab ich schnell, direkt vor dem Bildschirm ein paar Skizzen gemacht“, verrät die talentierte Zeichnerin.

Landschaft und ganz speziell die Horizontlinie prägen die Handdruck- und Mischtechnikbilder von Gundel Wilhelm. Zu den Stadtansichten sagt sie: „Ich bin in einer Flachlandschaft groß geworden. Die Erinnerung an diese ‚Bilder der Jugendzeit‘ setze ich besonders gern um.“ Auf Lichtspiele und (gekonnte) Spiegelungen setzt die Fotografin Renate Lefeldt. „Ich habe über viele Jahre Kinder fotografiert, vorwiegend brav-niedliche Fotos gemacht. Später kam die Faszination hinzu, die facettenreichen Details der Natur zu entdecken. Vor allem an Wasserflächen, die einen eigenständigen Kosmos entfachen.“