Auch 2016 mit „kreativer Leidenschaft und Liebe“

Der KulturSommer am Kanal 2016 wird am 9. Juli in Lauenburg starten, verbunden mit der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Künstlerhauses. Dies und noch ein wenig mehr zum nächsten Festival voll „kreativer Leidenschaft und Liebe“ gaben die Stiftung Herzogtum Lauenburg und Intendant Frank Düwel bei ihrer KulturSommer-Bilanz 2015 in Mölln bekannt.

Mölln – „Der Kultursommer kommt schon wie Ostern oder Weihnachten“, befand Kreispräsident Meinhard Füllner bei der Bilanz-Pressekonferenz in Mölln mit Rück- und Vorschau zur größten Veranstaltungsreihe im Kreis. Viel Lob für das künstlerische Profil des Herzogtum-Lauenburg-Kulturfestivals und das anhaltende Engagement der Beteiligten und ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden (auch an die begleitenden Medien) waren zu vernehmen. Für die heimischen Medien und interessierte Besucher ging es natürlich vor allem um die Frage: Was bringt der Kultursommer am Kanal 2016? Einiges ist schon klar, wie sich zeigte: Die neuen Highlight-Formate bleiben dank begeisterter Partner und hoher Nachfrage im Programm. Auch in Geesthacht, das 2016 sein 800-jähriges Stadtjubiläum feiert, „werden wir uns mit Ideen beteiligen“, kündigte Intendant Frank Düwel an.
Das Künstlerhaus als Partner für den Auftakt 2016 ist für den Festivalleiter ohnehin eine „unglaubliche Institution, die aktuellste Kunst und spannende Künstler in den Kreis bringt“. Der Kultursommerauftakt soll im Rahmen von drei „Feier“-Tagen des Künstlerhauses ein „Eröffnungsmoment setzen“, bei dem bildende Kunst gezeigt, erwandert und erspielt wird – von zeitgenössischer Kunst bis hin zur Streetart.
Zur Bilanz: Rund 16.500 Gäste haben laut Stiftungspräsident Klaus Schlie die 87 Veranstaltungen mit mehr als 800 Mitwirkenden an 39 Orten in diesem Jahr besucht. Die Besucherzahl sei ermittelt aus dem Kartenverkauf und Zählung bzw. Schätzungen vor Ort. Es gehe im Kern beim Kultursommer ja nicht um Masse, sagte Schlie, sondern um hohe Identifikation mit der Region und die Mitwirkung der Kulturschaffenden aus dem Kreis. Die kontinuierliche Steigerung der Besucherzahlen und die inzwischen landesweite Wahrnehmung der Veranstaltungsreihe seien natürlich schön zu beobachten. Der Präsident berichtete von wachsendem Interesse der Kommunen, am Kultursommer teilzunehmen. Zum in den Vorjahren stets gepuschten Patenschaftsgedanken (Kauf von 500-Euro-Anteilen) sagte Schlie diesmal wenig – und nur auf Anfrage: Momentan habe die Flüchtlingsthematik kreisweit Vorrang – „sie drückt bei allen“.
Günter Schmidt, Geschäftsführer der HLMS, berichtete von wachsender Nachfrage überall, wo die Region vermarktet wird. Der Kultursommer mache mit seinen Bildern und Ideen das Potenzial des Kreises anschaulich, sagte Schmidt. Darüber hinaus sorge ein gutes und hohes Empfehlungsmarketing der Besucher untereinander für hohe Glaubwürdigkeit. Großes Interesse bestätigte auch Pressesprecherin Lena Drews von der Kreissparkasse – die zum Kultursommer in allen Filialen ausgelegten Programmhefte (Reisebegleiter) seien bald vergriffen gewesen.
Für Kreispräsident Füllner ist das Festival nach zehnjähriger Betrachtung „ein gefestigtes und professionalisiertes Kulturereignis geworden, das sich toll entwickelt hat und viele Besucher durch innovative Formen an sich bindet“. Minimalisierte Theater-Formate, wie sie im Kreis beim Kultursommer, auch vom Theater im Stall und auf Gut Segrahn angeboten würden, trügen den neuen Anforderungen des Publikums Rechnung und berührten die Menschen, so Füllner. Er wolle deshalb weiter dafür kämpfen, dass die regionale Kulturförderung verstärkt wird – die großen Theater würden mit jährlich 38 Millionen Euro unterstützt.
Beim Thema Theater sprach auch Frank Düwel von „spannenden Dynamiken“, die aus dem Zusammenspiel von Profis und Amateuren mit engagierten Partnern entstehen. „So manches hätten wir uns vor einigen Jahren noch nicht getraut“, sagte er. Etwa, mit „Effi Briest“ ein Stück Weltliteratur als Kanu-Wander-Theater zu spielen, mit den „Wandervögeln“ ein völlig neues Stück zu schreiben, mit dem theatralen Spaziergang „Bismarck und sein Förster“ das Publikum hautnah in ein Stück deutscher Politik und Geschichte einzubinden oder mit der Landart-Ausstellung „Bunte Hunde“die Geschichte der Aufklärung, des Wissenstransfers von der Antike bis in die Gegenwart anschaulich zu erzählen. Großes Potenzial berge darüber hinaus das Art-Caching (ein Objekt wurde übringens nie gefunden), das nächstes Jahr „noch genauer und noch schöner“ sein und neue Publikumsgruppen anziehen soll. Nicht vergessen ist der 2015 wegen Gewitters ausgefallene „Klangsee“ – ein musikalisches Projekt von Kreismusikschulleiter Peter Seibert, bei dem sich Musiker und Publikum rund um den Pinnsee nahe Mölln versammel sollten, um inmitten der Natur ein eigens dafür komponiertes Werk erschallen zu lassen bzw. zu genießen.
Erwähnt werden muss noch das Jugendprojekt „Beat ’n‘ Dance“ in Schwarzenbek, das sich „zum Ereignis für die Bürger“ gemausert hat und nicht nur künstlerisch Furore macht. Dieses läuft in Kooperation mit der offenen Jugendarbeit bereits ganzjährig und wird laut Düwel von der Stadt Schwarzenbek grundfinanziert. Wie der Intendant jetzt bekannt gab, wird „Beat ’n‘ Dance“ nun sogar zum Gegenstand der Wissenschaft: Ein Professor an der Uni Magdeburg wolle den sozialpädagogischen Aspekt näher erforschen.
Fürs Programm 2016 dürften mithin als gesetzt gelten: die vielen offenen Ateliers und das Kunsthandwerk, Lauenburg, Siebeneichen und Geesthacht als Schwerpunkte im Süden, eventuell Güster als neuer Standort (wurde explizit erwähnt unter den Interessenten), Landart in Borstorf, das
Kanu-Wander-Theater und der Oper auf dem Lande im Viehhaus Segrahn, der „Klangsee“,„Bismarck und sein Förster“ (Partner: Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh), „Mit dem Fahrrad zu den Wandervögeln“ (Partner DJH-Landesverband Nordmark) und das Art-Caching. Mit Neugier erwarten wir die weitere Konkretisierung des Programms – spätestens im Februar zur Reise-Messe in Hamburg, wo traditionell der Marketingauftakt beginnt, sollte wieder Neues zu hören sein.