Fließende Grenzen in der Literatur

In der Reihe "Grenzgänge" las Matthias Kröner im Möllner Stadthauptmannshof. Es gab einen flotten Ritt durch literarische Text-Facetten.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Mölln – Seit 2009 bietet der Literaturbeirat der Stiftung die Reihe „Grenzgänge“ immer im Herbst an. Schriftsteller Christoph Ernst (Hamburg, Klein Zecher) führte als Beiratssprecher das Publikum durch den literarischen Abend. Dass Autoren mit zwei Gebeten ihre Lesung beginnen, gab es in Mölln noch nie. Warum eigentlich nicht? Die witzigen und wortgewaltigen Glaubensbekenntnisse aus der Feder von Kröner waren vorzügliche „Publikums-„Öffner“. Der aus Franken stammende und  nun in Ratzeburg lebende 38-Jährige hatte seine Zuhörerschaft schon nach wenigen Minuten fest im Griff. Gute Laune versprühend und mit gekonnter Mimik und Gestik überzeugen, dass gelang dem jungen Schriftsteller und Journalisten mühelos.

Es gab Kurzgeschichten, Poetry-Slam-Texte, Einblicke in seine Kurzgeschichten, die im Buch „Junger Hund“ veröffentlicht wurden und Auszüge aus seinen beiden Reisebüchern über Hamburg und Lübeck, zu hören. Ja, auch aus einem Reisebuchführer kann man amüsant vortragen. Es müssen dann aber so flotte Texte und sinnige Essays aus der Feder eines Matthias Kröner sein. Pointiert und dem Publikum sehr zugewandt, gestaltete der Autor seinen Auftritt. An die lange Tradition der Rezitatoren anknüpfend, nutzte er den Genre-Wechsel von Lyrik zu Prosa und setzte dabei gekonnt, seine sonore Stimme ein. Sein Anliegen – auch beim neuen Format der Poetry Slam- Texte, war, „Literatur aus der Mottenkiste zu holen….“.
Schön schräg und ausgesprochen amüsant, war auch seine Kurzgeschichte über den Bootsführer einer kleinen Fähre. Kröner gab in den 90 Minuten seiner Lesung einen wunderbaren Einblick in seinen Alltag als Autor, ließ die Zuhörer teilhaben am „schwierigen Geschäft“ mit der Literatur. Nur sehr wenige Autoren haben die Chance, ausschließlich von ihren Büchern leben zu können. Kröner arbeitet deshalb noch als PR-Experte für einen Verlag.

Über Matthias Kröner:1977 in Nürnberg geboren, lebt und arbeitet seit 2007 in Ratzeburg. Er ist Autor, Journalist, Redakteur und Kolumnist. Matthias Kröner hat regelmäßige Veröffentlichungen im Feiertags-Feuilleton des Bayerischen Rundfunks vorzuweisen. Für seine Prosa und Lyrik hat er bereits sieben Literaturpreise erhalten. Kröners Werk umfasst auch diverse Bücher. Die jüngsten sind »Junger Hund.Ausbrüche und Revolten« (2014), verlegt von Stories & Friends, sowie »Hamburg MM-City« (2014) und »Lübeck MM-City« (2015), beide im Michael Müller Verlag erschienen.