Leise, aber eindringlich: „Die Judenbank“

Am 21. November 2015 präsentieren die Hamburger Kammerspiele bei der Kleinen Bühne in Scharzenbek Reinhold Massags Stück „Die Judenbank“ im Festsaal des Rathauses. In dem leisen, aber eindringlichen Ein-Personen-Stück brilliert Peter Bause.

Schwarzenbek – „Die Judenbank“ schildert eine absurde Begebenheit in einem deutschen Dorf zur Zeit des Nationalsozialismus. Intelligent und humorvoll stößt Reinhold Massag in seinem Stück unter Verzicht auf den moralischen Zeigefinger Fragen an, auf die es nicht immer Antworten gibt. Schauspieler Peter Bause schlüpft in dem Soloabend (Regie Axel Schneider) in acht weitere Rollen von Figuren aus dem Dorf. Die Samstagsvorstellung im Festsaal des Rathauses Schwarzenbek, Ritter-Wulf-Platz 1, beginnt um 19.30 Uhr. Karten (22,- / 23,- / 24,- Euro) sind bei Tabak Lange im Sky-Markt erhältlich.
Das Stück spielt 1937: Dominikus Schmeinta, ein einfacher Mensch, sitzt tagein, tagaus auf „seiner“ Bank gegenüber dem Bahnhof von Ottersdorf. Dann wird ein Schild angebracht: „Nur für Juden“ – obwohl es im ganzen Dorf gar keinen gibt, soweit Dominikus weiß. Er versteht das alles nicht, niemand kann es ihm erklären. Um sein Sitzrecht auf der Bank zurückzugewinnen, beschließt Dominikus Jude zu werden und schreibt an Hitler. Ein kafkaesker Tanz mit der nationalsozialistischen Bürokratie beginnt, die Dinge nehmen ihren Lauf …
Peter Bause, der seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne steht, gilt als brillanter Solo-Darsteller. Die Kammerspiele-Inszenierung sieht das Werk angesiedelt zwischen Schelmenstück und Realsatire, „das in seinem harmlosen Anliegen die Brutalität jener Zeit besonders gut einfängt“. Reinhold Massag (1943 – 1999) war Autor und Dramaturg. In der Uraufführung 1995 im bayerischen Memmingen spielte er den Dominikus selbst. Noch im selben Jahr erhielt „Die Judenbank“ den Förderpreis der Bayerischen Theatertage in Hof, wurde später an vielen anderen Bühnen gespielt.