Garantiert auf Echheit überprüft

Einer der Gäste beim 3. Schwarzenbeker Literaturherbst war Jürgen Ehlers aus Witzeeze. Er brachte seinen neuesten Roman „Der Wolf von Hamburg“ mit ins liebevoll dekorierte Schuhhaus Krützmann. Mit Humor und Spannung zog er sein Publikum zum Ende der Veranstaltungsreihe in Bann.

Schwarzenbek – Jürgen Ehlers war von Anfang an im Jahr 2011 beim Literaturherbst dabei, das Ehepaar Krützmann stellte erstmals seine Verkaufsräume für das Lesefestival zur Verfügung. Auch diesmal zog Ehlers mit seinem neuesten Kriminalroman um Hauptkommissar Bernd Kastrup seine Zuhörer in den Bann. 75 Minuten lauschten sie gespannt dem Fall um eine junge Frau, die mit durchgebissener Kehle in der Hamburger Speicherstadt aufgefunden wird. War es wirklich ein Wolf, der die Frau tötete oder hängt alles mit einem früheren Fall des Kommissars zusammen? Mit einigen Requisiten unterstrich Jürgen Ehlers seine Lesung. So war unter anderem Kater Dr. Watson dabei, der es sich auf dem Sessel gemütlich machte, auch eine Eintrittskarte zu Hagenbecks Tierpark, die in der Lösung des Falls eine Rolle spielen könnte.
Akribische Recherche gehört zum Handwerkszeug des Hobbyautors, einem studierten Geologen, der auch schon mal mit dem Zollstock nachmisst, ob der Rohrdurchmesser für die Flucht eines jungen Mädchens ausreicht. Alle Details seien garantiert auf Echtheit geprüft, ließ er wissen. Reichlich Lokalkolorit sorgt für Bodenhaftung. Immer auf der Suche nach möglichen Tatorten hat Jürgen Ehlers in Begleitung seiner eigenen Romane 2013 einen Hamburg-Krimi-Reiseführer herausgebracht, der zu Tatorten von bekannten Hamburg-Krimis führt.
„Alle Lesungen waren sehr gut besucht , das Angebot an Autoren und Büchern war sehr vielfältig“, sagt Doris Lehmann, Mitorganisatorin des diesjärhigen Schwarzenbeker Literaturherbstes. Sie blickt auf eine erfolgreiche Woche zurück. „Viele neue Zuhörer waren dabei. Insgesamt war das Publikum jünger als in den vergangenen Jahren. Das lag sicher auch an den Büchern aus dem erotischen Bereich oder den Fantasy-Romanen.“ Vor allem die Autoren-Lesungen seien sehr gut angekommen, so Doris Lehmann weiter. Auch das Interesse der Aktiven und Gastgeber scheint ungebrochen: „Wir haben schon Autorenanfragen für 2017 und viele neue Ideen, wo und wie wir Lesungen veranstalten könnten“, so Lehmann.
Ihr persönlich habe vor allem der Abend im Blumenhaus Scheumann mit Angelika Buch gefallen, die in „Das Eis ist dünn – Tanz auf dem Vulkan“ aus dem Leben mit einem Hirntumorerkrankten erzählte. Hans-Joachim Elwenspoek las aus „Schutzengel für Klein-Zack“. Darin lauscht der an Leukämie erkrankte Junge den Erzählungen seines Urgroßvaters, die ihn ins Traumland entführen. „Das Blumenhaus bot eine besondere Atmosphäre zu diesen schweren Themen mitten im Leben der blühenden Blumen. Da wurden auch Taschentücher gebraucht.“